Sonntag, 28. September 2014

Quito calling!

Letztes Wochenende ging es für Kathrin und mich dann nach Quito :D!
Es war ein echt geniales Wochenende, vielleicht auch weil es so verrückt war!
Wir sind am Freitag um 22 Uhr in Cuenca mit dem Panamericana-Bus aufgebrochen. Haben also schon vor der Arbeit am Freitag unsere Taschen gepackt, damit wir am Abend keinen Stress mehr haben. Unsere Fahrt von eigentlich "nur" 442 km sollte 8 Stunden dauern. Hier in Ecuador ist Distanz etwas anderes! Wir chillten uns also in den Bus, um ausgeschlafen in Quito anzukommen. Das klappte auch ganz gut, nur dass es uns die ganze Nacht über an den Füßen zog...
Dafür waren wir dann um viertel vor 7 Uhr in Quito im Terminal und wurden von den Eltern der Familie Arregui abgeholt! Die haben uns dann durch die Berge Quitos zu ihnen nach Hause gefahren, wo die drei Mädels der Familie warteten. Die ganze Familie ist super nett und die Mädels haben Kathrin und mir gleich jeweils ein Zimmer zur Verfügung gestellt :)!! Mit Ausruhen war aber nicht viel, da wir zum Frühstücken bei einer weiteren Familie eingeladen waren. Also ging es wieder mit dem Auto von Cumbaya in ein anderes Tal Quitos, wo von zwei Angestellten auf einer langen Tafel das Frühstück gereicht wurde. Es war köstlich und vielfältig: Cangil (salziges Popcorn), Ceviche (kalte Suppe mit Meeresfrüchten), Müsli, Obst von ecuadorianischer Auswahl, Säfte und vieles mehr verführte unseren Gaumen *-*
Nach diesem opulenten Frühstück mussten wir uns natürlich bewegen! Also ging es rauf zum Templo de la Patria. Quito hat viele Berge, die auch wesentlich höher als die um Cuenca sind. Dort oben wurde in leuchtenden Bildern von der letzten Schlacht der Befreiungskriege bei Quito erzählt und der angelegte Garten bot einen wunderschönen Blick auf das Riesending mit Namen Stadt Quito! Das Wahrzeichen Quitos ist die Virgen de Quito, die auf einem Berg mitten in der Stadt thront. Also nix wie hin ;D!
Nachdem wir also nochmals auf die Stadt herab geblickt hatten, wollten wir uns das Treiben dort nun von Nahem ansehen. Wir begaben uns also wieder in den Stadtverkehr, der auf mehr oder weniger breiten Straßen durch die Stadt geleitet wird. Auf diesem Weg sahen wir auch die  Feria von Quito. Feria auf deutsch übersetzt bedeutet eigentlich nur Warenmesse, ist aber für die Verhältnisse hier wesentlich zu schlicht ausgedrückt. Vielmehr ist es eine Verrücktheit, die an ein oder zwei Tagen der Woche auf einem Marktgelände in verschiedenen Städten ausbricht. Alles, aber wirklich alles steht zum Verkauf: die exotischten Früchte, bunte Möbel, diverse Kleidungsstücke von traditionell bis modern...ALLES!!!
Und das haben wir nur aus dem Autofenster zu sehen bekommen, wartet ab, bis Kathrin und ich die Feria in Cuenca besuchen werden :D!
In der Innenstadt sind wir dann die Straße der sieben Kreuze entlang gelaufen, welche uns zum Plaza Grande führte, welcher vom Präsidentenpalast, der Kathedrale, dem Bischhofssitz sowie der Stadtverwaltung umstellt wird. Wenn man der Straße weiter folgt wie wir, kommt man zur Kirche La Compañía de Jesús (Gesellchaft Jesu). Diese Kirche muss man einfach gesehen haben!! Alles, aber wirklich alles ist mit Gold überzogen und die Außenfassade wurde von einem Bamberger gestaltet, das ist echt der Wahnsinn :D
Auf diesen Anblick gab es erstmal etwas für den Magen ;) Fritadas wurden uns als typisches Essen empfohlen und so stand auch prompt ein Teller dieser Art vor uns. Man kann sagen, dieses Essen war in der Tat würdig unser Hammerfrühstück zu deckeln!
Zum Einhalten der Mittagsruhe ging es jetzt aber erstmal wieder nach Hause. Die älteste Tochter Danni, Kathrins ehemalige Austauschpartnerin und mittlerweile Studentin in Berlin, machte sich für eine Hochzeitsparty fertig und auch wir verbrachten den Abend nicht ruhig auf der Couch. Uns zog es in die Calle Ronda, die erste Straße Quitos, die heute viele Restaurants, Bars und Kunsthandwerksläden beherbergt. Da man ja heute noch nicht genug gegessen hatte - das Abendessen fehlt ja noch ;D - ging es in eines der besagten Restaurants, wo wir eine heiße Schokolade mit Queso (ja, auf deutsch Käse) und dazu Empanadas de Viento verspeisten. Die Empanadas sind eigentlich auch mit Queso hergestellt, dieser ist aber ähnlich wie Mozarella, sodass man ihn ruhigen Gewissens mit Schokolade trinken und auf die Empanadas Zucker streuen kann...das schmeckt sogar ziemlich geil :D
Für den Samstag haben wir also den Saft aus dem Tag herausgholt, wie man hier sagt :D!! Der Sonntag wurde nicht weniger turbulent: Es gab ein gemeinsames Familienfrühstück und wir überreichten die mitgebrachten Gastgeschenke, die natürlich auch aus Haribo bestanden ;D Danach sind Danni und ihre Mutter mit uns zum Park El Ejido gefahren, wo jeden Sonntag ein Kunstmarkt stattfindet. Und diese Kunstwerke konnten sich echt sehen lassen! Zu gerne hätte ich mir eins mitgenommen, aber genau dies wäre auch zum großen Problem geworden :D Also schnell Ortswechsel zum Kunsthandwerksmarkt "El Mariscal", wo wir unsere Shoppingbedürfnisse frei ausleben konnten :) In meinen Einkaufstüten fanden sich nachher eine chillige Otavalo-Hose, eine kleine Lederhandtasche, eine Hirtentasche mit Ecuador-Aufdruck (ist hier kein Touristenteil!), ein Alpaka-Pulli, ein Tischläufer, den ich als Schal verwenden werde und ein Schachspiel Conquistadores gegen Indígenas anstatt Schwarz gegen Weiß :D! Außerdem hab ich auch das erste Mitbringsel für Freunde eingekauft, was und für wen bleibt eine Überraschung ;D Am Ende kann man sagen: Zum Glück haben wir unsere Rückfahrkarten schon im Voraus gekauft, ansonsten hätten wir auch noch das Geld dafür auf den Kopf gehauen, auch wenn uns die Einkäufe nicht teuer gekommen sind :)
Am Nachmittag, natürlich gab es wieder ein gutes Mittagessen zu Hause, haben wir uns dann noch ein Einkaufszentrum angeschaut und dort unser Verlangen nach Schokolade gestillt. Dann ging es aber auch wieder nach Hause, wo wir einen Film anguckten, damit Kathrin und ich schon mal entspannen konnten. Nach dem Abendessen - essen, essen, essen :D - ging es dann schon wieder ans Abschiednehmen! An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir unendlich dankbar für die Gastfreundschaft der Arreguis sind und mit ihnen ein wunderschönes Wochenende in Quito verbringen konnten :)!!
Wieder um 22 Uhr ging unser Bus im Terminal zurück nach Cuenca und wir konnten auf ein Wochenende in der Hauptstadt Quito zurückblicken, was kaum voller an Erlebnissen sein konnte, und eine Stadt, die sich mit den vielen westlichen Einflüssen so stark von Cuenca unterscheidet. Aber keine Busfahrt ohne Abenteuer :D! Wir froren diesmal zwar nicht mehr - lag vielleicht an unseren vielen Einkäufen - aber gegen Morgen wurden wir beim Blick auf die Uhr immer nervöser. Betty hatte uns für 8 Uhr in die Fundación zu einem Treffen bestellt. Wann kamen wir in Cuenca an?? Um halb 8 Uhr :D!! Also nur schnell Gepäck daheim abstellen, frisch machen und gleich ab an die Arbeit für 10 Stunden Treffen und Übersetzung. Danach brauchten wir nichts mehr...okai, vielleicht nen Kaffee :D
VLG aus Cuenca

Eure Laura



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