Mein Jahr hier in Ecuador geht langsam, aber sicher zu Ende! Ich kann es noch gar nicht glauben! Heute ist der 18. Juli - ich hab also genau noch 31 Tage hier in Ecuador. Unglaublich!! Am Anfang des Jahres oder noch in der Vorbereitung davor erschien mir das alles so ewig und das wieder Heimkommen so weit weg...aber wie sagt man so: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei :D!
Unsere Kids in der Fundación haben ihr Schuljahr größtenteils auch schon abgeschlossen, denn es müssen nur noch die Schüler mit Nachprüfung zum Unterricht erscheinen. Daher wird auch in der Fundación das Jahr abgeschlossen. Es stehen Ausflüge und Zeltlager an, aber auch Inventarlisten und der ganze bürokratische Kram :D
Eigentlich waren die ganzen schönen Ausflüge mit den Kindern noch für dieses Wochenende und Anfang nächster Woche angesetzt, aber typisch Ecuador wurde das natürlich nochmal nach hinten verlegt. Leider wurde mir dadurch die Chance da mit dabeizusein genommen, denn am 22. Juli werde ich mit Kathrin die Fundación verlassen. Für Kathrin steht dann Familienbesuch an und für mich kommt schon heute Abend Angela zu Besuch! Ich freue mich riesig!! So kann ich auch die Traurigkeit über den nahenden Abschied noch etwas verdrängen :D
Mit Angela werde ich die nächsten vier Wochen noch ein letztes Mal Ecuador unter die Lupe nehmen - inklusive Galápagos :D! Ihr werdet also wahrscheinlich eher nicht so viel in der Zeit von mir hören... Dafür steh ich ja dann ab dem 19. August wieder live, in Farbe und 3D vor euch!
In Deutschland geht es dann auch irgendwie weiter: mein Studienplatz ist gesichert, ich bin gerade auf Wohnheimsuche in Regensburg und hab auch schon einige Anhaltspunkte und mit der JBK stehen auch schon die ein oder anderen Termine an :D !
Ich freu mich also noch auf den letzten Monat meines weltwärts-Dienstes mit dem Besuch von Angela und darauf euch bald wieder zu sehen und umarmen zu können!!
VLG aus dem fernen Ecuador :)
Posts mit dem Label Reisefieber werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reisefieber werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Samstag, 18. Juli 2015
(Schul)Jahresausklang
Labels:
Abflug,
Abschied,
Arbeit,
Besuch von Angela,
Busreise,
Pläne für danach,
Reisefieber,
Rückkehr,
Rundreise,
Vorfreude
Standort:
Cuenca, Ecuador
Montag, 1. Juni 2015
Yasuní - die beste Belohnung nach dem C2-Examen!
Nachdem man auf dem Día weltwärts (weltärts-Tag) im Oktober in Quito durch einen Vortrag über den besonderen Nationalpark Yasuní im Regenwald eine Gruppe Freiwillige für eine Reise dorthin begeistert hatte, stand dann in der letzten Maiwoche auch die vorher so fern erschienene Reise an :) Diese Reise war gleichzeitig auch die Belohnung nach der lernintensiven Vorbereitungsphase auf unser Examen.
Unser C2-Examen legten wir endlich am 23. Mai in Quito ab. Die Sprachschule, bei der wir das Examen ablegten, lag gleich neben dem Casa Humboldt, einem Haus für deutsche Kulturveranstaltungen. Wenn das mal nicht ein Zeichen ist :D! Zumindest fühlten wir uns sofort wohl! Der erste Teil bestehend aus Multiple-Choice-Aufgaben verlief sogar besser als erwartet, im zweiten Teil stand Textproduktion mit auditiven und visualen Quellen an - der lief so wie immer - und der letzte, mündliche Teil war der schwierigste Part für mich, da mich mündliche Prüfungen immer so krass nervös machen. Zwischen den unterschiedlichen Prüfungen hatten wir immer eine kleine Pause: in der ersten, kurzen Pause gab es einen Snack im Humboldt-Haus und die zweite, einstündige Pause nutzten wir zum Mittagessen. Nach überstandenem Examen und überstandenem Tag war ich aber erstmal super froh, endlich keinen Lernstress mehr zu haben oder dieses doofe Gefühl "Laura, nicht im Internet surfen, du SOLLTEST jetzt eigentlich lernen!" :D! Ich fühlte mich so befreit und glücklich...egal ob die Ergebnisse in 2 oder 3 Monaten "Bestanden" oder eben nicht lauten werden!
Den Sonntag verbrachten wir dann noch in Quito und trafen uns mit Kathrins ehemaliger Klassenkameradin Katja, die aktuell in Chile ihren weltwärts-Freiwilligendienst absolviert. Und stellt euch mal vor, was herauskam, als wir mit ihr in einem Café über ihr Projekt redeten? Katja wurde von "Cristo Vive" nach Chile entsendet - genau bei der Organistation hatte ich auch einen weltwärts-Platz angeboten bekommen! Wir wären also beinahe Kolleginnen geworden, wenn ich nicht zu bezev gewechselt wäre...wie klein die Welt doch irgendwie ist :D
Sonntag abends machten wir uns also dann mit dem Bus auf nach Coca - oder auch Puerto Francisco de Orellana - und kamen dort unerwartet früh um 3 Uhr morgens am Terminal an, da wir von einer falschen Reisezeit ausgegangen waren :D Also legten wir uns am Terminal noch 2 1/2 Stunden auf eine Bank schlafen, bis uns um halb 6 Uhr ein Sicherheitsmann aufweckte. Dieser weckte alle schlafenden Reisenden auf...möglicherweise, damit das Terminal nicht als Penner-Zufluchtsstätte aussieht :D!
Kaum dass wir also geweckt wurden, trafen wir auch schon zufällig auf Hanna und Lilo. Die beiden Mädels hatten wir schon auf dem Zwischenseminar in El Limonal kennengelernt und bemerkt, dass wir uns auf der Yasuní-Fahrt wiedersehen würden. Zusammen frühstückten wir im Terminal erstmal, bevor wir uns von einem Taxi zur Promenade bringen ließen. Coca hat eine Promenade, da der Fluss Napo direkt an der Stadt vorbeifließt und auch die Hauptverkehrsstraße darstellt für alle, die weiter in den Dschungel hineinwollen - wie wir!
Dort trafen wir dann auf unseren Führer, Fredericke, die den Yasuní-Vortrag auf dem Día weltwärts gehalten hatte, und die anderen Freiwilligen, die alle von Experiment e.V. waren. Wir beluden ein mittelgroßes Boot mit unserem Gepäck und einigen Vorräten und dann ging es los...etwa 300 km den ganzen ecuadorianischen Napo herunter! Pause legten wir nur ein, um ein von einer Comunidad geführtes Museum über die Unterwasserwelt des Napos zu besichtigen und um zu Mittag zu essen. Wo wir zu Mittag aßen, war ein ganz besonderes Fleckchen :D Auf einmal zwischen der ganzen grünen Dschungel-Vegetation tauchte das Restaurant auf mit einer Tienda (Tante-Emma-Laden) nebendran! Außerdem machten wir während des Essens Bekannschaft mit einem Riesen-Meerschwein!
Um 17 Uhr nach etwa 8 Stunden Bootsfahrt kamen wir dann im Tourismus-Projekt "Sacha Ñambi" an. Das Projekt wird von einer Comunidad geleitet und bietet Unterkunft, Verpflegung und in Kooperation mit anderen Comunidades Touren an. Wir Rucksack-Tourismus gewöhnten Freiwilligen waren richtig überrascht von soviel Luxus dort! Jeder hatte sein eigenes Zelt im Gästehaus, nix mit ökologischem Klo - es gab schöne Toiletten und Duschen und der Speisesaal sah mit dem Baldachin als Mückenschutz richtig märchenhaft aus! Bevor wir allerdings zu Abend aßen, ging es erst noch auf Nacht-Entdeckungstour in den Wald - Tarantula & Co. hießen uns Willkommen!
Am nächsten Tag ging es dann direkt in den Nationalpark Yasuní! Dafür mussten wir nochmal eine halbe Stunde flussabwärts an Nueva Rocafuerte, der letzten ecuadorianischen Stadt vor der peruanischen Grenze vorbei und bogen dann in den Fluss Yasuní ein. Dieser hatte ein Kaffee-farbiges Wasser, ein Nebenarm, dem wir lange Zeit folgten führte dagegen fast schwarzes Wasser - dort wurde von "tinto", also wie purem Kaffee gesprochen. Bei diesem Ausflug konnten wir neben den unterschiedlichsten Pflanzen eine Art Urzeitvögel, Tukane, aus der Ferne Affen und sogar Süßwasser-Delfine beobachten - wunderbar! Auf dem Rückweg schauten wir dann noch einen riesiegen Urwaldbaum an und betraten auch schon mal probeweise Peru :D
Abends in der Comunidad wurde uns dann gezeigt, wie man das typische Gericht Maitu zubereitet: ein Fisch in Blatt eingewickelt und gedünstet, welcher nachher mit Yuca (ähnlich wie Kartoffel) serviert wird. Wo wir dann auch schon mal bei der Yuca waren, bereiteten wir auch gleich die Chicha de Yuca zu. Das ist ein alkoholisches Getränk, bei dem die gekochte Yuca zerstampft und anschließend gekaut und wieder in den Topf wird. Dadurch wird sie ganz fein gekaut und man erreicht die Basis für die alkoholische Gärung. Für uns Deutsche und übrigens auch die Ecuadorianer außerhalb des Dschungels erstmal gewöhnungsbedürftig, aber am nächsten Tag sollten wir das Resultat probieren und bewerten dürfen :D
Am nächsten Tag ging es wieder früh raus, aber diesmal zur Affeninsel. Diese Insel gehört einer anderen Comunidad, welche dort mal eine Affenfamilie ausgesetzt hat und, da Affen nicht schwimmen können, haben die nun die Insel bevölkert und man kann sie relativ leicht beobachten. Wir konnten ihnen beim Relaxen in den Baumkronen nach dem Frühstück zusehen und schossen fleißig Bilder. Durch die Schwüle und Mücken, wollten wir aber nicht zu lange auf der Insel bleiben :P Wir setzten also nach einer Stunde zum Dorf der Comunidad über, wo wir den Leuten etwas beim Alltag zusehen konnten und dafür ebenso interessiert beobachtet wurden :D Zum Mittagessen kehrten wir wieder die zwei Stunden mit dem Boot zurück - Entfernung in Ecuador wird irgendwie anders definiert! Zum Mittag gab es dann auch unsere Chicha verfeinert mit Maní - naja, ich glaube, dass unsere deutsche Spucke sich bei der Zubereitung nicht so gut gemacht hat :D Nachmittags stand dann ein Besuch bei der Comunidad gegenüber an mit einer Einführung in die Überlebensstrategien im Dschungel. Ich würde es mir aber nach wie vor nicht zutrauen, dort mutterseelenallein ums Überleben zu kämpfen ;D Zum Abschluss gab es Kunsthandwerk zu kaufen und es bot sich uns ein wunderschöner Regenbogen *-* Während des Abendessens durften wir ein paar Geschichten aus der Dschungel-Mythik lauschen. Echt sehr interessant, was die Menschen hier für Erklärungsansätze z. B. für Naturschauspiele haben und wie sich das dann mit dem weit verbreiteten Christentum mischt!
Am letzten richtigen Tag unserer Reise wollten wir nochmal zwei Comunidades besuchen. Die erste Comunidad lag wieder etwas mehr als zwei Stunden von uns am Tiputini-Fluss. Dort wurden wir mit einem traditionellen Tanz und Chicha begrüßt. Diese Chicha - ohne deutsche Spucke - schmeckte gleich viel besser ;) Anschließend gab es Patacones (frittierte Bananen) mit Guayusa, ein Tee aus den Blättern eines Amazonas-Baums - farblich vergleichbar mit Kaffee, geschmacklich wie Tee und leichte Droge. Bei den homöopathischen Mengen, die wir konsumierten, merkte man allerdings nichts. Der Zweck des Tees war der Schutz vor der Boa, der mächtigesten Schlange und Gott im Dschungel. Dann machten wir uns auf den Weg, die Plantagen der Comunidad zu erkunden und wir bekamen echt ein richtig schlechtes Gewissen, so viele Pflanzen abzuernten - die waren aber echt lecker!! Nachdem wir eine Kakao-Schote mitgenommen und dort zu Mittag gegessen hatten, ging es gestärkt zur letzten Gemeinde, welche eine Tonmine hat und daher Kunsthandwerk in dem Bereich betreibt. Wir stapften zu der Stelle, wo der Ton aus einem Bachbett herausgeholt wird, und ließen uns in die Handwerkskunst unterweisen. Auf dem Rückweg, schon in der Dämmerung, hielten wir auch noch bei der Comunidad Alta Florencia, welche unsere Urwald-Lodge betreibt. Zur Feier des letzten Abends gab es noch eine Kichwa-Stunde, damit wir wenigstens einen klitzekleinen Einblick in die örtliche Sprache bekamen. Anschließend verarbeiteten wir unseren mitgebrachten Kakao - ich hab jetzt selbsthergestellte Schokolade...von der Bohne bis zur Tafel...oder so ähnlich :D!
Dann war unsere Dschungel-Reise auch schon wieder zu Ende, denn am nächsten und letzten Tag fuhren wir den ganzen Tag den Napo wieder aufwärts nach Coca und dort trennten sich die Wege unserer Reisegruppe. Es war echt eine wunderbare Reise und ich konnte nochmal einen ganz anderen Teil Ecuadors kennenlernen :)!!
![]() |
| Während und nach dem Examen :) |
Den Sonntag verbrachten wir dann noch in Quito und trafen uns mit Kathrins ehemaliger Klassenkameradin Katja, die aktuell in Chile ihren weltwärts-Freiwilligendienst absolviert. Und stellt euch mal vor, was herauskam, als wir mit ihr in einem Café über ihr Projekt redeten? Katja wurde von "Cristo Vive" nach Chile entsendet - genau bei der Organistation hatte ich auch einen weltwärts-Platz angeboten bekommen! Wir wären also beinahe Kolleginnen geworden, wenn ich nicht zu bezev gewechselt wäre...wie klein die Welt doch irgendwie ist :D
Sonntag abends machten wir uns also dann mit dem Bus auf nach Coca - oder auch Puerto Francisco de Orellana - und kamen dort unerwartet früh um 3 Uhr morgens am Terminal an, da wir von einer falschen Reisezeit ausgegangen waren :D Also legten wir uns am Terminal noch 2 1/2 Stunden auf eine Bank schlafen, bis uns um halb 6 Uhr ein Sicherheitsmann aufweckte. Dieser weckte alle schlafenden Reisenden auf...möglicherweise, damit das Terminal nicht als Penner-Zufluchtsstätte aussieht :D!
| Von Coca (Francisco de Orellana) ca. 300km nach Yasuní |
![]() |
| Boot, Museum und Riesen-Cuy mit Hanna, Kathrin und Lilo |
![]() |
| Ankunft in Sacha Nambi mit Zeltbeziehen |
Am nächsten Tag ging es dann direkt in den Nationalpark Yasuní! Dafür mussten wir nochmal eine halbe Stunde flussabwärts an Nueva Rocafuerte, der letzten ecuadorianischen Stadt vor der peruanischen Grenze vorbei und bogen dann in den Fluss Yasuní ein. Dieser hatte ein Kaffee-farbiges Wasser, ein Nebenarm, dem wir lange Zeit folgten führte dagegen fast schwarzes Wasser - dort wurde von "tinto", also wie purem Kaffee gesprochen. Bei diesem Ausflug konnten wir neben den unterschiedlichsten Pflanzen eine Art Urzeitvögel, Tukane, aus der Ferne Affen und sogar Süßwasser-Delfine beobachten - wunderbar! Auf dem Rückweg schauten wir dann noch einen riesiegen Urwaldbaum an und betraten auch schon mal probeweise Peru :DAbends in der Comunidad wurde uns dann gezeigt, wie man das typische Gericht Maitu zubereitet: ein Fisch in Blatt eingewickelt und gedünstet, welcher nachher mit Yuca (ähnlich wie Kartoffel) serviert wird. Wo wir dann auch schon mal bei der Yuca waren, bereiteten wir auch gleich die Chicha de Yuca zu. Das ist ein alkoholisches Getränk, bei dem die gekochte Yuca zerstampft und anschließend gekaut und wieder in den Topf wird. Dadurch wird sie ganz fein gekaut und man erreicht die Basis für die alkoholische Gärung. Für uns Deutsche und übrigens auch die Ecuadorianer außerhalb des Dschungels erstmal gewöhnungsbedürftig, aber am nächsten Tag sollten wir das Resultat probieren und bewerten dürfen :D
Am nächsten Tag ging es wieder früh raus, aber diesmal zur Affeninsel. Diese Insel gehört einer anderen Comunidad, welche dort mal eine Affenfamilie ausgesetzt hat und, da Affen nicht schwimmen können, haben die nun die Insel bevölkert und man kann sie relativ leicht beobachten. Wir konnten ihnen beim Relaxen in den Baumkronen nach dem Frühstück zusehen und schossen fleißig Bilder. Durch die Schwüle und Mücken, wollten wir aber nicht zu lange auf der Insel bleiben :P Wir setzten also nach einer Stunde zum Dorf der Comunidad über, wo wir den Leuten etwas beim Alltag zusehen konnten und dafür ebenso interessiert beobachtet wurden :D Zum Mittagessen kehrten wir wieder die zwei Stunden mit dem Boot zurück - Entfernung in Ecuador wird irgendwie anders definiert! Zum Mittag gab es dann auch unsere Chicha verfeinert mit Maní - naja, ich glaube, dass unsere deutsche Spucke sich bei der Zubereitung nicht so gut gemacht hat :D Nachmittags stand dann ein Besuch bei der Comunidad gegenüber an mit einer Einführung in die Überlebensstrategien im Dschungel. Ich würde es mir aber nach wie vor nicht zutrauen, dort mutterseelenallein ums Überleben zu kämpfen ;D Zum Abschluss gab es Kunsthandwerk zu kaufen und es bot sich uns ein wunderschöner Regenbogen *-* Während des Abendessens durften wir ein paar Geschichten aus der Dschungel-Mythik lauschen. Echt sehr interessant, was die Menschen hier für Erklärungsansätze z. B. für Naturschauspiele haben und wie sich das dann mit dem weit verbreiteten Christentum mischt!
Am letzten richtigen Tag unserer Reise wollten wir nochmal zwei Comunidades besuchen. Die erste Comunidad lag wieder etwas mehr als zwei Stunden von uns am Tiputini-Fluss. Dort wurden wir mit einem traditionellen Tanz und Chicha begrüßt. Diese Chicha - ohne deutsche Spucke - schmeckte gleich viel besser ;) Anschließend gab es Patacones (frittierte Bananen) mit Guayusa, ein Tee aus den Blättern eines Amazonas-Baums - farblich vergleichbar mit Kaffee, geschmacklich wie Tee und leichte Droge. Bei den homöopathischen Mengen, die wir konsumierten, merkte man allerdings nichts. Der Zweck des Tees war der Schutz vor der Boa, der mächtigesten Schlange und Gott im Dschungel. Dann machten wir uns auf den Weg, die Plantagen der Comunidad zu erkunden und wir bekamen echt ein richtig schlechtes Gewissen, so viele Pflanzen abzuernten - die waren aber echt lecker!! Nachdem wir eine Kakao-Schote mitgenommen und dort zu Mittag gegessen hatten, ging es gestärkt zur letzten Gemeinde, welche eine Tonmine hat und daher Kunsthandwerk in dem Bereich betreibt. Wir stapften zu der Stelle, wo der Ton aus einem Bachbett herausgeholt wird, und ließen uns in die Handwerkskunst unterweisen. Auf dem Rückweg, schon in der Dämmerung, hielten wir auch noch bei der Comunidad Alta Florencia, welche unsere Urwald-Lodge betreibt. Zur Feier des letzten Abends gab es noch eine Kichwa-Stunde, damit wir wenigstens einen klitzekleinen Einblick in die örtliche Sprache bekamen. Anschließend verarbeiteten wir unseren mitgebrachten Kakao - ich hab jetzt selbsthergestellte Schokolade...von der Bohne bis zur Tafel...oder so ähnlich :D!Dann war unsere Dschungel-Reise auch schon wieder zu Ende, denn am nächsten und letzten Tag fuhren wir den ganzen Tag den Napo wieder aufwärts nach Coca und dort trennten sich die Wege unserer Reisegruppe. Es war echt eine wunderbare Reise und ich konnte nochmal einen ganz anderen Teil Ecuadors kennenlernen :)!!
Labels:
Essen,
Oriente,
Reisefieber,
Yasuní
Standort:
Cuenca, Ecuador
Montag, 4. Mai 2015
Montañita - 365 Tage im Jahr Festivalfeeling
Nach unserer Cotopaxi-Tour ging es noch am gleichen Abend weiter an den Strand mit Ziel Montañita. Das ergab sich so, dass wir eigentlich geplant hatten, die ganze Woche am Strand zu verbringen, allerdings nicht zum Chillen, sondern um ein Lerncamp für unser bevorstehendes Spanisch-Examen am 23. Mai abzuhalten. Um auch möglichst wenig abgelenkt zu sein, zog es uns in die Region Esmeraldas nach Atacames. Nun kam es aber so, dass mich Soraya noch am Morgen, bevor wir zum Cotopaxi aufbrachen, auf dem Handy anrief und mir von einer Epidemie in Esmeraldas berichtete und uns dringend abriet, dorthin zu reisen. Wir wollten natürlich wissen, was es mit der Epidemie auf sich hat und trafen im Internet auf das Chikunguny-Fieber - eine Krankheit, die dem Dengue-Fieber ähnelt. Da wollten wir uns natürlich nicht unnötig in Gefahr bringen, also mussten wir unsere Pläne spontan umändern. Aber das ist ja in Ecuador kein Problem - Hotelreservierungen kennt man hier ja kaum ;)!
Da ich ebenfalls noch nicht in Montañita gewesen war, aber das Hippie-Dorf auf meiner (imaginären) Liste steht, war schnell eine Alternative gefunden. Also saßen Kathrin und ich am Dienstag Abend direkt nach der Cotopaxi-Besteigung schon wieder im Bus Richtung Guayaquil, wo wir umsteigen mussten. Am nächsten Morgen kamen wir dann schon um kurz vor 9 Uhr in Montañita an. Gleich am Eck, wo uns der Bus rausließ, gab es einen Bäcker und unser Frühstück war gesichert. Mit einem Schoko-Donut und Kaffee gestärkt, machten wir uns auf die Suche nach einem Hostal. Das Hostal kam aber viel mehr zu uns, als das wir es suchen mussten :D Wir wurden nämlich sofort von einem - wie sich später herrausstellte - Venezuelaner angesprochen, ob wir ein Hostal suchen würden. Der führte uns dann zu Ricky's Hostal, wo es neben einem Zimmer mit privatem Bad auch noch eine Gemeinschaftsküche gab. Trotzdem wollten wir erstmal nur unser Gepäck dort lassen und noch Preise vergleichen - wir waren nämlich auf Spartrip ;). Dann bot uns aber der Hostalverwalter gleich anstatt 10$ pro Nacht, das Zimmer für nur 7,50$ an. Bei dem Preis waren wir dabei :)
Wir erkundeten etwas das kleine Hippie-Dorf. Wirklich beeindruckend, was ein Surf-Hotspot alles für Leute anzieht! Überall sieht man Ausländer, wobei es neben ein paar Amerikanern eher andere Lateinamerikaner wie Venezuelaner oder Kolumbianer sind. Die nächsten Tage waren von einem täglichen Strandbesuch, Kochen in einer abenteuerlichen Küche und gaaaaaanz viel Lernen geprägt. Dafür dass Montañita auch der Ballermann Ecuadors genannt wird, hat sich das Dorf uns sehr ruhig und freundlich gezeigt.
Das sollte sich aber bald ändern, denn mit dem 1. Mai-Feiertag kamen die Leute und auch die Hostal-Preise stiegen auf einmal von 7,50$ auf - durch unser Verhandlungsgeschick NUR - 12,50$ die Nacht. Letztendlich änderte das an unserer Routine aber auch nicht viel - die meiste Zeit des Tages saßen wir an unserem Tischen auf dem Terrassen-Flur vor dem Zimmer und paukten.
Am Freitag und Samstag Abend wollten wir dann das Nachtleben etwas kennenlernen und gingen dazu erst essen - am Freitag musste es Lasagne sein, denn Kathrin hatte nach einem Film so einen Heißhunger, der sie nicht mehr losließ :D Genießen konnte ich dieses kleine Stück heimatliches italienische Essen natürlich trotzdem, vor allem war das echt ein süßes italienisches Restaurant - man durfte sogar mit Kreide auf den Tischen zeichnen ;) So etwas gibt es auch nur in Montañita! Zum Nachtisch gönnten wir uns einen Nutella-Crêpe - nach 8 Monaten endlich mal wieder NUTELLA *-*!! Welch ein Genuss!
Das Nachtleben in Montañita war allerdings nicht so besonders überragend. Das Festivalfeeling in den Straßen war wesentlich schöner als jede Disco. So genossen wir am zweiten Ausgeh-Abend einen Cocktail auf der Straße und wurden eher von der Lust auf weiter Nutella-Crêpes aus dem Hostal getrieben als aufgrund des Fuatgehens.
Insgesamt verbrachten wir superschöne und trotz des Lernens entspannte 5 Tage in Montañita. Und falls jetzt noch jemand meint, das mit dem Lernen wäre nur vorgeschoben: ich hab in der Zeit ein ganzes Spanisch-Lehrbuch durchgearbeitet. In den ganzen 8 Monaten zuvor sind wir nur bis Kapitel 3 gekommen und ich hab dann die 10 voll gemacht ;) Und falls das Examen nichts wird, hatten wir immer noch eine schöne Zeit in Montañita :)
Wir erkundeten etwas das kleine Hippie-Dorf. Wirklich beeindruckend, was ein Surf-Hotspot alles für Leute anzieht! Überall sieht man Ausländer, wobei es neben ein paar Amerikanern eher andere Lateinamerikaner wie Venezuelaner oder Kolumbianer sind. Die nächsten Tage waren von einem täglichen Strandbesuch, Kochen in einer abenteuerlichen Küche und gaaaaaanz viel Lernen geprägt. Dafür dass Montañita auch der Ballermann Ecuadors genannt wird, hat sich das Dorf uns sehr ruhig und freundlich gezeigt.
Das sollte sich aber bald ändern, denn mit dem 1. Mai-Feiertag kamen die Leute und auch die Hostal-Preise stiegen auf einmal von 7,50$ auf - durch unser Verhandlungsgeschick NUR - 12,50$ die Nacht. Letztendlich änderte das an unserer Routine aber auch nicht viel - die meiste Zeit des Tages saßen wir an unserem Tischen auf dem Terrassen-Flur vor dem Zimmer und paukten.
Am Freitag und Samstag Abend wollten wir dann das Nachtleben etwas kennenlernen und gingen dazu erst essen - am Freitag musste es Lasagne sein, denn Kathrin hatte nach einem Film so einen Heißhunger, der sie nicht mehr losließ :D Genießen konnte ich dieses kleine Stück heimatliches italienische Essen natürlich trotzdem, vor allem war das echt ein süßes italienisches Restaurant - man durfte sogar mit Kreide auf den Tischen zeichnen ;) So etwas gibt es auch nur in Montañita! Zum Nachtisch gönnten wir uns einen Nutella-Crêpe - nach 8 Monaten endlich mal wieder NUTELLA *-*!! Welch ein Genuss!
Das Nachtleben in Montañita war allerdings nicht so besonders überragend. Das Festivalfeeling in den Straßen war wesentlich schöner als jede Disco. So genossen wir am zweiten Ausgeh-Abend einen Cocktail auf der Straße und wurden eher von der Lust auf weiter Nutella-Crêpes aus dem Hostal getrieben als aufgrund des Fuatgehens.Insgesamt verbrachten wir superschöne und trotz des Lernens entspannte 5 Tage in Montañita. Und falls jetzt noch jemand meint, das mit dem Lernen wäre nur vorgeschoben: ich hab in der Zeit ein ganzes Spanisch-Lehrbuch durchgearbeitet. In den ganzen 8 Monaten zuvor sind wir nur bis Kapitel 3 gekommen und ich hab dann die 10 voll gemacht ;) Und falls das Examen nichts wird, hatten wir immer noch eine schöne Zeit in Montañita :)
Standort:
Cuenca, Ecuador
Dienstag, 28. April 2015
On Top of the World - oder so ähnlich :)
Schon passend zu unserem "Imagine Dragons"-Konzert im Oktober - ja, ganz Laura-like hab ich schon wieder Pläne :P - haben wir uns genau vor einer Woche zu einem sportlichen Hochleistungsevent hinreißen lassen. Ziemlich genau ein Jahr nach meinem erfolgreich absolvierten Halbmarathon muss ja was neues her :D!
Dazu haben Kathrin und ich uns in der Nacht des 25. Aprils auf nach Latacunga gemacht. Latacunga liegt etwa 80 km südlich von Quito an der Panamericana am Fuß des Nationalparks Cotopaxi. Der Cotopaxi ist so DER BERG Ecuadors, obwohl er nur der zweithöchste Gipfel des Landes mit einer Höhe von 5.897 m ist. Der Chimborazo überragt den Cotopaxi mit seinen 6.310 Höhenmetern, dafür ist der Cotopaxi einer der höchsten Vulkane weltweit und durch seine konische Form mit Eiskappe sieht er auch richtig wie ein typischer Vulkan aus - fehlt nur noch der lavaspeiende Ausbruch, aber da will ich dann lieber nicht in der Nähe sein ;).
Unser Projekt war nicht nur der Besuch des Nationalparks - nein, eine Bergbesteigung sollte es sein! Bei einem Gipfelsturm in diesen Höhen muss aber natürlich für eine gute Akklimatisation gesorgt werden. Da kam es uns gerade recht, dass wir in Cuenca schon auf einer guten Höhe von etwa 2.500 m unseren Alltag bestreiten und Ausflüge in den nahen Nationalpark "El Cajas" auf rund 4.000 Höhenmeter, konnte meiner Puste nichts anhaben. Daher entschieden wir uns dazu, am Ankunftstag gleich weiter nach Quilotoa zu fahren und dort zu der Kraterlagune des erloschenen Vulkans hinab- und anschließend natürlich wieder heraufzusteigen.
Dort angekommen hat es uns zuerst fast weggeweht! Brrr, war das kalt. Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Also machten wir uns an den echt einfachen Abstieg - die einzige Schwierigkeit bestand darin, im Sand nicht wegzurutschen und das mit Wanderschuhen :D! Kaum begab man sich auch in den Krater, wurde es sofort wesentlich windstiller und durch die körperliche Betätigung wurde es einem auch sofort wärmer. Ich hab keine Ahnung wie lange wir nach unten gebraucht haben, lange kann es aber nicht gewesen sein - man rechnet mit so circa 45 Minuten für den Abstieg - abgelenkt wurden wir nämlich von zwei Schweizerinnen auf Lateinamerika-Rundreise. Das war echt interessant, was die so zu erzählen hatten und vor allem von den Peru-Erlebnissen konnten wir uns ja schon mal für unsere geplante Reise inspirieren lassen.
Unten am Kratersee verweilten wir etwas, der ist viel zu schön, als dass man gleich wieder hochrennen könnte! Wir schauten den Touristen beim Kajakfahren auf dem ruhigen Wasser zu, machten uns über die Selfiesticks aller anderen lustig und ließen uns auch zum Fotoschießen hinreißen. Nach einer guten Pause mussten wir uns aber dann leider wieder von den Schweizer Mädels trennen, denn die hatten dort unten ihre Reisefreunde wiedergefunden und wollten in Quilotoa übernachten, während wir uns schon langsam wieder Richtung Latacunga losmachten.
Davor musste aber erst der Aufstieg bewältigt werden. Wer sich beim absteigen noch gewundert hatte, wie manche so eine Wanderung mit Absatzschuhen antreten, fand schon bald die Lösung: Während beim Abstieg der Absatz als mögliche Bremse noch sinnvoll erscheint, werden alle Aufstiegunwilligen oder -unfähigen einfach auf Esel verfrachtet, die die Touristen für 10 $ wieder zur Ausgangsposition befördern. Wer allerdings eine Cotopaxi-Besteigung vor sich hat und für denKurzurlaub unter anderem aufgrund der teuren Cotopaxi-Tour nicht übermäßig viel Geld ausgeben möchte, der nimmt die Beine in die Hand und marschiert los! Und so schlimm war es auch gar nicht ;) Das Herz kommt etwas auf Trab und über Kälte braucht man sich auf keinen Fall mehr beschweren, aber nach einer guten Dreiviertelstunde - und das ist echt schnell, so lange brauchen normalerweise die erfahrenen Bergführer - standen wir wieder oben und guckten auf den See herab.
Das eigentliche Abenteuer stand aber noch bevor: die Rückfahrt. Busfahrpläne kennt man in Ecuador ja eigentlich eh nur am Terminal und wenn man dazu als Einheimischer noch keine Ahnung hat, wird meistens einfach irgendetwas behauptet à la "Heute kommt kein Bus mehr!". Dass das aus dem Mund eines Camioneta(= Pickup)-Fahrers kam, war natürlich kein Zufall. Die Rechnung ging für ihn auf und er hatte vier Ausländerinnen im Auto sitzen, denen man ruhigen gewissens einen teueren "Gringo"-Preis abverlangen kann. So kam es, dass wir - diesmal begleitet von Däninnen - 1,25$ pro Person für die halbstündige Fahrt berappen sollten, die Einheimischen auf der Ladefläche dagegen nur die Hälfte bezahlten. Und das Ganze wurde verhandelt, als uns ein Bus entgegenkam, der aber laut Aussage des Camioneta-Fahrers "heute ja nicht mehr zurückfährt"! Tja, das ist Ecuador :D
Im nächsten Dorf warteten wir dann also auf einen Bus, der die zwei Stunden bis nach Latacunga fahren sollte. Der kam auch gleich und entsprach so ganz dem Klischee der lateinamerikanischen Busse: alt, gerade noch fahrtüchtig, dunkel und mit den Heiligenbildern einer ganzen katholischen Buchhandlung ausgestattet. Ganz nach dem Motto, wenn der Bus schon bald auseinander fällt, dann hilf wenigstens Gott, Jesus und die Jungfrau Maria vereint, das Ding zusammenzuhalten ;) Aber wir haben die Fahrt überstanden und das war auch nicht das erste Mal in so einem Bus :D
In Latcunga machten wir dann unsere Tour fest für 180 $ und gingen früh ins Bett, um für den nächsten Tag voll ausgeschlafen und fit zu sein. Wir frühstückten gemütlich und gut - die vom Hostal wussten echt, was Backpacker brauchen! - um um 10 Uhr das Gletscherequipment anzuprobieren. Voll ausgestattet und ausgecheckt vertrödelten wir trotzdem im Hostal die Zeit bis zum Mittagessen und unserem Versorgungseinkauf, denn Wasser und Energiesnacks wie Schokolade und Obst sind die einzigen exklusiven Dinge bei der Tour. Um 14 Uhr lernten wir dann unseren Guide kennen, der sogar fließend Deutsch sprach! Nachdem das Auto beladen war - wobei Auto echt untertrieben ist, einem Laster kam das Ding schon näher :D - tuckerten wir los zum Nationalpark. Und das übertraf den Quilotoa-Bus nochmal um Längen. Beim Beschleunigen machte das Riesenauto jedesmals äußerst komische und beunruhigende Geräusche, das war ja noch ganz in Ordnung, wenn das normal gewesen wäre. Als unser Guide aber dann beim Chef anrief, um sich zu vergewissern, dass das Autoding immer so klingt oder eher stöhnt, hat mich das dann schon minimal beunruhigt :D Aber es ist zum Glück nichts passiert ;)
Gegen 16 Uhr kamen wir dann am Zeltplatz an und schlugen unser Lager auf. Während unser Guide nochmal zurück zum Parkeingang fuhr, sammelten Kathrin und ich Holz für ein kleines Lagerfeuer. Während es in den letzten Sonnenstrahlen noch total warm war, waren wir nur eine halbe Stunde später überglücklich unser Feuerchen zu haben :D Nach einer guten Portion Reis wurden die Steigeisen für den Gletscher eingestellt und dann ging es ab ins Zelt - ein paar Stunden so tun, als ob man schlafen würde :) Um 22:30 Uhr klingelte nämlich schon wieder der Wecker: Zelt abbauen, Bergsteig-Ausrüstung anlegen, eine Kleinigkeit frühstücken und mit dem Auto-Etwas zum höchsten Parkplatz fahren.
Ziemlich genau um Mitternacht begann dann das richtige Abenteuer. In mein Fleece, darüber die Softshell-Jacke und getoppt von der Regenjacke eingekuschelt verharrten wir zuerst noch im Auto, was vom starken Wind schon auf dem Parkplatz richtig umhergeschaukelt wurde. Gegen halb eins Uhr MORGENS wagten wir uns dann aus dem Wagen und standen etwa eine Stunde später vor dem einzigen beleuchteten Objekt in der Gegend - dem Refugio auf 4.810 m. Ein letzter Klogang und ein zweites kleines Frühstück mit der einzigen anderen Bergsteigergruppe des Tages aus Österreich (!) bevor es weiterging. Einer der Österreicher blieb gleich im Refugio, da er schon jetzt die Höhe merkte. Ich war zwar auch mit etwas Kopfschmerzen aufgewacht, aber das dumpfe Gefühl schob ich in den hintersten Winkel meines Bewusstseins ;) Der andere Österreicher folgte uns mit seinem Guide, obwohl er sich mit einem beinahe gebrochenem Bein gen Gipfel mühte.
Eine weitere Dreiviertelstunde später gelangten wir dann an den Gletscher! Hier mussten
die Steigeisen und Gamaschen angelegt und wir angeseilt werden. Und mit dem Eispickel als Wanderstock setzte sich die Seilschaft wieder in Bewegung, immer dem Gipfel entgegen. Während der Österreicher uns bald überholt hatte, kam er auch bald wieder zurück. Der Fuß wollte ihn einfach nicht bis zum Gipfel tragen, ist ja auch nicht ganz unverständlich ;) Wir dagegen setzten unsere Wanderung fort. Man musste eigentlich immer "nur" weiterlaufen. Das Ganze aber auf keinem Pfad, sondern einfach den verschneiten Hang hoch! Das merkt man dann schon gut in den Wadeln, während meine Höhenkopfschmerzen verschwanden :D Dazu kam, dass meine Stirnlampe - möglicherweise aus Protest gegen die Kälte - ausfiel, da war der Guide sehr begeistert. Und mich traf nun das Los, als Letzte der Gruppe im Dunkeln hinterher zu stolpern. Aber schon auf dem Weg konnte man die Lichter von Latcunga und Quito sehen - atemberaubend :)!
Gegen halb fünf Uhr machten wir dann auf meinen Wunsch eine Schoki-Pause und als Strafe fraß der Cotopaxi meinen Handschuh :P Also ab jetzt ohne Licht und die rechte Hand nur in einen Fleecehandschuh verpackt weitermachen! Aber gegenüber dem Wunsch den Gipfel zu erreichen, sind das ja nur Nebesächlichkeiten ;)
Nicht viel später, dann so gegen fünf Uhr, die schlechte Nachricht: vor uns lag eine Eisplatte mit frischem, lockeren Schnee bedeckt - absolute Lawinengefahr! Der Cotopaxi mochte an diesem Tag wohl nicht bestiegen werden! Auf 5.322 Höhenmetern setzten wir zum Abstieg an. Auf dem Rückweg gönnten wir uns nochmal ein paar kleine Pausen - wenn man schon mal so weit oben ist ;)! - und sogar meine Stirnlampe funktionierte wieder - sehr nützlich, wenn es eh hell wird :D - aber dennoch ging das wesentlich schneller. Schon um kurz vor sieben saßen wir im Wagen und kehrten dem Cotopaxi den Rücken zu.
Wieder zurück im Hostal bekamen wir als Entschädigung dafür sogar noch ein Frühstück, obwohl wir ja eigentlich schon am Vortag ausgecheckt hatten :D Und auch der verlorene Handschuh wurde uns nicht angerechnet...10% Verlust eben :D Wir chillen gerade noch den restlichen Tag im Hinterhof/-garten des Hostals bis wir uns am Abend zum zweiten Stopp unseres Kurzurlaubs aufmachen werden.
Auch wenn wir nicht oben am Gipfel waren, die Cotopaxi-Wanderung war ein echtes Erlebnis! Wir haben es zumindest versucht ;D
Dazu haben Kathrin und ich uns in der Nacht des 25. Aprils auf nach Latacunga gemacht. Latacunga liegt etwa 80 km südlich von Quito an der Panamericana am Fuß des Nationalparks Cotopaxi. Der Cotopaxi ist so DER BERG Ecuadors, obwohl er nur der zweithöchste Gipfel des Landes mit einer Höhe von 5.897 m ist. Der Chimborazo überragt den Cotopaxi mit seinen 6.310 Höhenmetern, dafür ist der Cotopaxi einer der höchsten Vulkane weltweit und durch seine konische Form mit Eiskappe sieht er auch richtig wie ein typischer Vulkan aus - fehlt nur noch der lavaspeiende Ausbruch, aber da will ich dann lieber nicht in der Nähe sein ;).
| Der wunderschöne Cotopaxi |
Unten am Kratersee verweilten wir etwas, der ist viel zu schön, als dass man gleich wieder hochrennen könnte! Wir schauten den Touristen beim Kajakfahren auf dem ruhigen Wasser zu, machten uns über die Selfiesticks aller anderen lustig und ließen uns auch zum Fotoschießen hinreißen. Nach einer guten Pause mussten wir uns aber dann leider wieder von den Schweizer Mädels trennen, denn die hatten dort unten ihre Reisefreunde wiedergefunden und wollten in Quilotoa übernachten, während wir uns schon langsam wieder Richtung Latacunga losmachten.Davor musste aber erst der Aufstieg bewältigt werden. Wer sich beim absteigen noch gewundert hatte, wie manche so eine Wanderung mit Absatzschuhen antreten, fand schon bald die Lösung: Während beim Abstieg der Absatz als mögliche Bremse noch sinnvoll erscheint, werden alle Aufstiegunwilligen oder -unfähigen einfach auf Esel verfrachtet, die die Touristen für 10 $ wieder zur Ausgangsposition befördern. Wer allerdings eine Cotopaxi-Besteigung vor sich hat und für denKurzurlaub unter anderem aufgrund der teuren Cotopaxi-Tour nicht übermäßig viel Geld ausgeben möchte, der nimmt die Beine in die Hand und marschiert los! Und so schlimm war es auch gar nicht ;) Das Herz kommt etwas auf Trab und über Kälte braucht man sich auf keinen Fall mehr beschweren, aber nach einer guten Dreiviertelstunde - und das ist echt schnell, so lange brauchen normalerweise die erfahrenen Bergführer - standen wir wieder oben und guckten auf den See herab.
Das eigentliche Abenteuer stand aber noch bevor: die Rückfahrt. Busfahrpläne kennt man in Ecuador ja eigentlich eh nur am Terminal und wenn man dazu als Einheimischer noch keine Ahnung hat, wird meistens einfach irgendetwas behauptet à la "Heute kommt kein Bus mehr!". Dass das aus dem Mund eines Camioneta(= Pickup)-Fahrers kam, war natürlich kein Zufall. Die Rechnung ging für ihn auf und er hatte vier Ausländerinnen im Auto sitzen, denen man ruhigen gewissens einen teueren "Gringo"-Preis abverlangen kann. So kam es, dass wir - diesmal begleitet von Däninnen - 1,25$ pro Person für die halbstündige Fahrt berappen sollten, die Einheimischen auf der Ladefläche dagegen nur die Hälfte bezahlten. Und das Ganze wurde verhandelt, als uns ein Bus entgegenkam, der aber laut Aussage des Camioneta-Fahrers "heute ja nicht mehr zurückfährt"! Tja, das ist Ecuador :D
Im nächsten Dorf warteten wir dann also auf einen Bus, der die zwei Stunden bis nach Latacunga fahren sollte. Der kam auch gleich und entsprach so ganz dem Klischee der lateinamerikanischen Busse: alt, gerade noch fahrtüchtig, dunkel und mit den Heiligenbildern einer ganzen katholischen Buchhandlung ausgestattet. Ganz nach dem Motto, wenn der Bus schon bald auseinander fällt, dann hilf wenigstens Gott, Jesus und die Jungfrau Maria vereint, das Ding zusammenzuhalten ;) Aber wir haben die Fahrt überstanden und das war auch nicht das erste Mal in so einem Bus :D
![]() |
| Zelten am Fuß des Cotopaxi mit Lagerfeuer-Vorbereitungen |
Gegen 16 Uhr kamen wir dann am Zeltplatz an und schlugen unser Lager auf. Während unser Guide nochmal zurück zum Parkeingang fuhr, sammelten Kathrin und ich Holz für ein kleines Lagerfeuer. Während es in den letzten Sonnenstrahlen noch total warm war, waren wir nur eine halbe Stunde später überglücklich unser Feuerchen zu haben :D Nach einer guten Portion Reis wurden die Steigeisen für den Gletscher eingestellt und dann ging es ab ins Zelt - ein paar Stunden so tun, als ob man schlafen würde :) Um 22:30 Uhr klingelte nämlich schon wieder der Wecker: Zelt abbauen, Bergsteig-Ausrüstung anlegen, eine Kleinigkeit frühstücken und mit dem Auto-Etwas zum höchsten Parkplatz fahren.
![]() |
| Das Refugio |
![]() |
| Die Seilschaft bei Nacht |
Gegen halb fünf Uhr machten wir dann auf meinen Wunsch eine Schoki-Pause und als Strafe fraß der Cotopaxi meinen Handschuh :P Also ab jetzt ohne Licht und die rechte Hand nur in einen Fleecehandschuh verpackt weitermachen! Aber gegenüber dem Wunsch den Gipfel zu erreichen, sind das ja nur Nebesächlichkeiten ;)
Nicht viel später, dann so gegen fünf Uhr, die schlechte Nachricht: vor uns lag eine Eisplatte mit frischem, lockeren Schnee bedeckt - absolute Lawinengefahr! Der Cotopaxi mochte an diesem Tag wohl nicht bestiegen werden! Auf 5.322 Höhenmetern setzten wir zum Abstieg an. Auf dem Rückweg gönnten wir uns nochmal ein paar kleine Pausen - wenn man schon mal so weit oben ist ;)! - und sogar meine Stirnlampe funktionierte wieder - sehr nützlich, wenn es eh hell wird :D - aber dennoch ging das wesentlich schneller. Schon um kurz vor sieben saßen wir im Wagen und kehrten dem Cotopaxi den Rücken zu.
Wieder zurück im Hostal bekamen wir als Entschädigung dafür sogar noch ein Frühstück, obwohl wir ja eigentlich schon am Vortag ausgecheckt hatten :D Und auch der verlorene Handschuh wurde uns nicht angerechnet...10% Verlust eben :D Wir chillen gerade noch den restlichen Tag im Hinterhof/-garten des Hostals bis wir uns am Abend zum zweiten Stopp unseres Kurzurlaubs aufmachen werden.
Auch wenn wir nicht oben am Gipfel waren, die Cotopaxi-Wanderung war ein echtes Erlebnis! Wir haben es zumindest versucht ;D
![]() |
| Besteigung und danach Chillen im Hostal :D |
Labels:
Action,
Busreise,
Cotopaxi,
Quilotoa,
Reisefieber
Standort:
Latacunga, Ecuador
Freitag, 10. April 2015
Kulturtreffen - der Besuch meiner Familie
Am 24. März kam mich meine Familie besuchen. Ich hab mich riesig gefreut sie nach 7 Monaten endlich mal wiederzusehen! Auf meine Aufregung kann man wahrscheinlich sogar meine Darminfektion zurückführen... Ich hatte mich in der letzten Zeit viel mit unserer Route beschäftigt, um alles super durchzuorganisieren, damit meine Familie sich auch in mein wunderschönes Ecuador verliebt. Für das Kulturtreffen hatte ich diese Stationen zusammengestellt: Meine Familie würde in der Hauptstadt Quito abends ankommen, am nächsten morgen wollte ich sie dort mit meiner vorzeitigen Ankunft überraschen und dann mit ihnen die Stadt erkunden. Die nächsten zwei Tage standen Tagesausflüge von Quito zu Mitad del Mundo (Mitte der Welt - Äquator) und Otavalo (traditioneller Markt) an. Dann wollten wir uns nach Baños zum Tor zum Dschungel aufmachen, um dort zwei Tage verbringen bevor wir uns
richtig in den Dschungel nach Puyo wagen wollten. Nach zwei Tagen im Grünen sollte es wieder zurück in die Sierra (Gebirge) gehen nach Riobamba, wo wir mit einem der ältesten und einzigen Zug Ecuadors - natürlich heute nur zu touristischen Zwecken - die Teufelsnase erkunden wollten. Nachdem auch das absolviert wäre, würden wir am Karfreitag, dem wichtigen Ostertags hier, endlich in Cuenca ankommen und dort gleich mit der Gastfamilie feiern. Anschließend wollte meine Familie noch knapp eine Woche bis Donnerstag Morgen mit mir in Cuenca verbringen und verschiedene Tagesausflüge machen. Die Küste würden meine Eltern wohl leider nicht sehen...
Damit das jetzt kein ewig langer Eintrag wird, werde ich die unterschiedlichen Stopps in einzelnen Einträgen behandeln. In diesem Eintrag werde ich mich eher auf den Gesamteindruck von meinem Familienbesuch beschränken.
Es ist nämlich gar nicht so einfach seiner Familie seine neue Heimat ans Herz zu legen. Um das ganze mal auf einen Nenner zu bringen: Mein Ecuador ist halt eben doch ein Entwicklungsland und meine Familie keine Abenteurer. So kam es, dass ihnen Quito absolut gar nicht gefiel. Ich würde da mal einen Kulturschock diagnostizieren. Dadurch dass Quito keine traditionell-ecuadorianische Stadt ist und man klar westliche Einflüsse entdecken kann, neigt man als Neuankömmling wohl eher dazu sich an dem Bekannten festzuklammern und diese als Inseln zwischen Dreck, Unordnung, Lärm und Unsicherheit zu suchen. Ich hatte ja das Glück, mich schon einen Monat im ganz typisch-ecuadorianischen Cuenca an diese Umstände gewöhnen zu können, bevor ich Quito kennenlernte und dort dann die "westlichen Inseln" eher als mal willkommene Abwechslung wahrnahm.
Spätestens dann aber im Dschungel - war auch gar nicht anders zu erwarten - machte sich dann bei meiner Familie anstatt dem Kulturschock auch die Begeisterung für mein einzigartiges Land breit :D Da war ich ziemlich erleichtert!! Alausí, der Ausgangspunkt der Zugfahrt zur Teufelsnase, gefiel vorallem meiner Mama mit seinem Charme eines kleinen Sierra-Dorfes und Cuenca, als Endpunkt der Reise und meine aktuelle Heimat war für uns alle das i-Tüpfelchen auf dem "i" :) Mit dem "Athen Ecuadors" als Heimatstadt habe ich wirklich total viel Glück gehabt und das konnte ich meinen Eltern auch so weitergeben :)!
Als ich meine Familie dann am Donnerstag Morgen am Flughafen wieder verabschieden musste, war die Trauer natürlich groß! Auch wenn mich die Verantwortung, für meine Familie als Reiseleiterin zu funktionieren, etwas gestresst hatte und ich teilweise mit mir nicht ganz zufrieden war, überwog natürlich die Freude für 2 1/2 Wochen wieder mit meiner Familie vereint gewesen zu sein. Daher war die Traurigkeit auch so groß, sie nach so kurzer Zeit wieder gehen lassen zu müssen. Aber wir sehen uns ja in gut 4 Monaten in meiner bayerischen Heimat wieder :)
| Unsere geplante Reiseroute mit optimistischer Gesamtfahrzeit :) |
Damit das jetzt kein ewig langer Eintrag wird, werde ich die unterschiedlichen Stopps in einzelnen Einträgen behandeln. In diesem Eintrag werde ich mich eher auf den Gesamteindruck von meinem Familienbesuch beschränken.
Es ist nämlich gar nicht so einfach seiner Familie seine neue Heimat ans Herz zu legen. Um das ganze mal auf einen Nenner zu bringen: Mein Ecuador ist halt eben doch ein Entwicklungsland und meine Familie keine Abenteurer. So kam es, dass ihnen Quito absolut gar nicht gefiel. Ich würde da mal einen Kulturschock diagnostizieren. Dadurch dass Quito keine traditionell-ecuadorianische Stadt ist und man klar westliche Einflüsse entdecken kann, neigt man als Neuankömmling wohl eher dazu sich an dem Bekannten festzuklammern und diese als Inseln zwischen Dreck, Unordnung, Lärm und Unsicherheit zu suchen. Ich hatte ja das Glück, mich schon einen Monat im ganz typisch-ecuadorianischen Cuenca an diese Umstände gewöhnen zu können, bevor ich Quito kennenlernte und dort dann die "westlichen Inseln" eher als mal willkommene Abwechslung wahrnahm.
![]() |
| Meine Familie im Dschungel, Alausí, Quito und Cuenca |
Als ich meine Familie dann am Donnerstag Morgen am Flughafen wieder verabschieden musste, war die Trauer natürlich groß! Auch wenn mich die Verantwortung, für meine Familie als Reiseleiterin zu funktionieren, etwas gestresst hatte und ich teilweise mit mir nicht ganz zufrieden war, überwog natürlich die Freude für 2 1/2 Wochen wieder mit meiner Familie vereint gewesen zu sein. Daher war die Traurigkeit auch so groß, sie nach so kurzer Zeit wieder gehen lassen zu müssen. Aber wir sehen uns ja in gut 4 Monaten in meiner bayerischen Heimat wieder :)

Labels:
Abflug,
Abschied,
Baños,
Busreise,
Familie,
Familienbesuch,
Familienfeiern,
Kulturtreffen,
Oriente,
Quito,
Reisefieber,
Rundreise
Standort:
Cuenca, Ecuador
Sonntag, 22. Februar 2015
Ein lachendes und ein weinendes Auge - Halbzeit!
Ich kann es kaum glauben, auf der Datumsanzeige steht der 22. Februar 2015, sechs Kalenderblätter von Marias Geschenk sind umgeblättert und auch die Hälfte meines Reisetagebuches von Sophia ist erreicht. Ich habe vieles erlebt, aber noch so viel vor - eins steht aber unweigerlich fest: es ist Halbzeit. Aufgrund unseres Rückfluges schon am 18. August, ist die meiste Zeit also wirklich rum. 184 Tage habe ich bereits in diesem wunderbaren Land verbracht und mir kommt es längst nicht so lange vor.
In dieser Zeit wurde ich von zuvor unbekannten Krankheiten und Parasiten heimgesucht, hab mir also meine Haare abgeschnitten, mir wurde mein Handy geklaut, ich habe mehr oder weniger wöchentlich meine Wäsche mit der Hand gewaschen und fast täglich mit meinem Laptop gekämpft, bis er mir am Mittwoch den Schock des Lebens eingejagt hat und ich ihn schon für tot erklärt hatte.
ABER: In dieser Zeit habe ich auch neue Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen, ich bin an meinen Aufgaben gewachsen, sei es mit der Arbeit in der Fundación oder mit den täglichen Hürden einer anderen Sprache, ich bin an verschiedenste Ort gereist, habe andere Feste gefeiert und eine neue Familie gefunden.
Ich habe ein Land kennengelernt mit seinen Höhen und Tiefen. Dort habe ich Wurzeln geschlagen. In meinem Ecuador. Ein Teil von meinem Leben.
Auf der einen Seite bin ich traurig, dass über die Hälfte meines Aufenthaltes schon vorbei ist, aber wenn ich sehe, was ich in den letzten sechs Monaten so erlebt habe, ist da doch noch einiges drin, oder :)?
Um diese Marke zu feiern und vor allem um mich abzulenken, damit ich nicht in Traurigkeit verfalle, habe ich heute nach erfolgreicher und überglücklicher Wiederbelebung meines Laptops Käsespätzle für meine Familie gekocht. Anscheinend erlerne ich noch im Ausland nach deutscher Art zu kochen :D!
Heute am eigentlichen Jubiläumstag fahre ich mit Kathrin in das Lederdorf Gualaceo und zum Ausklang geht es nach Banos de Cuenca in einen "Wellness-Tempel", mein Geburtstagsgeschenk an Kathrin. Man muss ja auch mal genießen ;)!
Zum Halbjährigen gibt es auch wieder einen Bericht: Hier geht's lang!
Macht euch also um mich keine Sorgen und bereitet euch schon darauf vor, dass ihr die längste Zeit eure Ruhe vor mir gehabt hattet :D!
In dieser Zeit wurde ich von zuvor unbekannten Krankheiten und Parasiten heimgesucht, hab mir also meine Haare abgeschnitten, mir wurde mein Handy geklaut, ich habe mehr oder weniger wöchentlich meine Wäsche mit der Hand gewaschen und fast täglich mit meinem Laptop gekämpft, bis er mir am Mittwoch den Schock des Lebens eingejagt hat und ich ihn schon für tot erklärt hatte.
ABER: In dieser Zeit habe ich auch neue Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen, ich bin an meinen Aufgaben gewachsen, sei es mit der Arbeit in der Fundación oder mit den täglichen Hürden einer anderen Sprache, ich bin an verschiedenste Ort gereist, habe andere Feste gefeiert und eine neue Familie gefunden.
Ich habe ein Land kennengelernt mit seinen Höhen und Tiefen. Dort habe ich Wurzeln geschlagen. In meinem Ecuador. Ein Teil von meinem Leben.
Auf der einen Seite bin ich traurig, dass über die Hälfte meines Aufenthaltes schon vorbei ist, aber wenn ich sehe, was ich in den letzten sechs Monaten so erlebt habe, ist da doch noch einiges drin, oder :)?
Um diese Marke zu feiern und vor allem um mich abzulenken, damit ich nicht in Traurigkeit verfalle, habe ich heute nach erfolgreicher und überglücklicher Wiederbelebung meines Laptops Käsespätzle für meine Familie gekocht. Anscheinend erlerne ich noch im Ausland nach deutscher Art zu kochen :D!
Heute am eigentlichen Jubiläumstag fahre ich mit Kathrin in das Lederdorf Gualaceo und zum Ausklang geht es nach Banos de Cuenca in einen "Wellness-Tempel", mein Geburtstagsgeschenk an Kathrin. Man muss ja auch mal genießen ;)!
Zum Halbjährigen gibt es auch wieder einen Bericht: Hier geht's lang!
Macht euch also um mich keine Sorgen und bereitet euch schon darauf vor, dass ihr die längste Zeit eure Ruhe vor mir gehabt hattet :D!
Labels:
Abflug,
Abschied,
Ankunft,
Arbeit,
Baños,
Familie,
Familienfeiern,
Gualaceo,
Halbzeit,
Quartalsbericht,
Reisefieber,
Wäsche
Standort:
Cuenca, Ecuador
Dienstag, 20. Januar 2015
Mit Robert auf Reisen nach Guayaquil und an den Strand
Nachdem Robert sich also etwas eingelebt hatte und der erste Sonnenbrand abgeheilt war, schnappte ich mir meinen frisch gebackenen großen Bruder, um mein Reisedefizit gegenüber Kathrin etwas abzubauen :D Und da Kathrin nach ihrer Dezember-Reise so von Guayaquil geschwärmt hatte und Robert eh nach Strand war, dachte ich mir, dass sich das doch ganz gut verbinden ließe. Also saßen wir am Samstag Morgen bzw noch Nacht um 5 Uhr im Bus nach Guayaquil. Dort kamen wir dann morgens am Terminal an und machten uns auf die abenteuerliche Suche nach einem Bus, der uns Richtung Stadtzentrum bringen würde. Wer also vorher schon etwas den Reiseführer studiert hat und sich mit anderen über Hostels ausgetauscht hat, liegt also klar im Vorteil. Mit diesen Vorkenntnissen, kamen wir also sicher in der Nähe des von Kathrin empfohlenen Hostels an. Uns wurde tatsächlich nichts im Bus geklaut in der so ziemlich unsichersten Stadt Ecuadors!
Das Hotel erwies sich echt als Glücksgriff. Für einen unschlagbaren Preis bekamen wir ein funktionales Doppelzimmer mit getrennten Betten und Ventilator. Wie nützlich dieser noch seien sollte, sollten wir auf der Stadtbesichtigung noch merken. Wir luden nun unser Gepäck im Zimmer ab und rüsteten uns um für die Stadttour, vor allem kleidungstechnisch war das von Nöten. Der Klimaunterschied zwischen Sierra, also andiner Zone und Costa, der Küsteregion ist unfassbar.
Nach einem Frühstückjoghurt aus dem nahen Supermarkt Tía, welchen wir im gegenüberliegenden Park verspeisten machten wir uns also auf, um im vom Führer für drei Stunden angesetzten Stadtrundgang Guayaquil kennen zu lernen.
Der Rundgang war echt superschön! Wir trafen Leguane im Park, in einer Kirche wurde ich von einem Schönstatt-Altar an meine frühe Jugend erinnert, wir sahen die alte Universität im Kolonialstil, den eiffelturm-ähnlichen Glaspalast und schlenderten den Malecón, also die Strandpromenade entlang.
Spätestens hier bemerkte man die Wasserverkäufer, die mit Paketen von
Wasserflaschen im Schatten ihre Kundschaft versorgten. Das war aber auch äußerst nötig. In dieser schwülen Hitze lief man von Schatten zu Schatten und ließ sich auf jeder Sitzgelegenheit nieder. So besuchten wir sogar eine klimatisierte Mall, einfach um der Schwüle für einen Augenblick zu entkommen. Am Malecón sahen wir noch andere imposante Kolonialbauten und einen arabischen Uhrenturm. Diese Stadt ist echt vielfältig, sogar an Touristen. Man wird längst nicht so sehr als Ausländer wahrgenommen oder sogar angestarrt, wie im traditionellen Sierra-Städtchen Cuenca.
Das Tageshighlight war dann unsere Verlängerung des Spaziergangs am Malecón bis zum Cerro de Santa Anna (Hügel der St. Anna), zu dessen Füßen das Künstlerviertel Las Penas liegt. Dort schlenderten wir von einem Atelier zum nächsten und genossen die nachmittägliche Ruhe. Dazu muss man sagen, dass man auf dem Rundgang überall Wachen begegnete und sich daher echt ruhig und sicher bewegen konnte. Daher ließen wir uns auch dazu verleiten beim Aufstieg zur Kapelle der St. Anna mal etwas vom Weg abzukommen und so durch die etwas abgelegeneren, sehr privaten Innenhöfe der Familien des Viertels zu laufen.
Nach 444 Stufen kamen wir dann auch endlich oben an, wo ein Aussichtsturm - natürlich mit weiteren Stufen - einen herrlichen Blick über Guayaquil ermöglichte. Zum Glück schwang das Wetter etwas um und wir genossen einen kühlen Wind dort oben und beim Abstieg und Heimweg kühlten uns fast noch ein paar Tropfen ab.
Im Hotel kamen wir aber dennoch leicht feucht an, wenn nicht vom Regen, dann noch von der vorhergehenden Schwüle. Also ab in die Dusche um danach das Abendprogramm zu bestreiten: Am Flussufer des Guayas zu Abendessen und danach mit Cocktail und Bier den Abend ausklingen lassen.
Somit konnte ich Guayaquil auch auf meiner Liste abhaken :D!
Da uns aber noch ein Tag zur Verfügung stand, machten wir uns am nächsten Tag
auf nach Salinas, dem nächst gelegenen Strand von Guayaquil. Mit dem Bus dorthin durchquerten wir sogar eine atemberaubende Kakteenwüste.
Mittags kamen wir dann mit allem Gepäck dort an und genossen einfach das Meer! Baden, lecker Essen, lesen und am Abend ging es dann auch wieder entspannt zurück. Zum Glück hatten wir so viel Gelassenheit getankt, denn im Terminal an der Küste wartete ein Haufen Wochenendtouristen, die alle das gleiche Ziel hatten wie wir: zurück nach Hause und zwar über den Knotenpunkt Terminal Guayaquil. Da mussten wir eben etwas längere Wartezeiten in Kauf nehmen, aber was solls :) Wir waren zum Glück nicht in der Lage, wie ein amerikanisches Ehepaar, welches seine Freunde vor Ort besucht hatte und einen Flieger zu erreichen hatte. Diesen konnten wir zum Glück helfen, indem wir sie vor uns in die Schlange einschleusten, ansonsten wäre der Flieger weg.
Wir fuhren dann also entspannt über Nacht zurück und ich bestritt am nächsten Tag sogar in aller Frühe die Reunión. Da kam dann glücklicherweise heraus, dass Betty doch nicht operiert werden muss und uns somit noch zwei Wochen erhalten bleiben wird, bis sie nach Frankreich fliegt. Wenigstens eine Sorge weniger, nachdem Marco am Freitag endgültig das Handtuch schmiss und wir nun ohne Educador da standen.
Hoffentlich hält die Strandurlaub-Gelassenheit noch etwas an :)!
![]() |
| Leguane in der Stadt und einiges mehr zu entdecken! |
Nach einem Frühstückjoghurt aus dem nahen Supermarkt Tía, welchen wir im gegenüberliegenden Park verspeisten machten wir uns also auf, um im vom Führer für drei Stunden angesetzten Stadtrundgang Guayaquil kennen zu lernen.
Der Rundgang war echt superschön! Wir trafen Leguane im Park, in einer Kirche wurde ich von einem Schönstatt-Altar an meine frühe Jugend erinnert, wir sahen die alte Universität im Kolonialstil, den eiffelturm-ähnlichen Glaspalast und schlenderten den Malecón, also die Strandpromenade entlang.
Spätestens hier bemerkte man die Wasserverkäufer, die mit Paketen von
![]() |
| Unterwegs am Malecón 2000 Río Guayas |
Das Tageshighlight war dann unsere Verlängerung des Spaziergangs am Malecón bis zum Cerro de Santa Anna (Hügel der St. Anna), zu dessen Füßen das Künstlerviertel Las Penas liegt. Dort schlenderten wir von einem Atelier zum nächsten und genossen die nachmittägliche Ruhe. Dazu muss man sagen, dass man auf dem Rundgang überall Wachen begegnete und sich daher echt ruhig und sicher bewegen konnte. Daher ließen wir uns auch dazu verleiten beim Aufstieg zur Kapelle der St. Anna mal etwas vom Weg abzukommen und so durch die etwas abgelegeneren, sehr privaten Innenhöfe der Familien des Viertels zu laufen.
Nach 444 Stufen kamen wir dann auch endlich oben an, wo ein Aussichtsturm - natürlich mit weiteren Stufen - einen herrlichen Blick über Guayaquil ermöglichte. Zum Glück schwang das Wetter etwas um und wir genossen einen kühlen Wind dort oben und beim Abstieg und Heimweg kühlten uns fast noch ein paar Tropfen ab.
![]() |
| Das Künstlerviertel mit Ausblick über die Stadt |
Im Hotel kamen wir aber dennoch leicht feucht an, wenn nicht vom Regen, dann noch von der vorhergehenden Schwüle. Also ab in die Dusche um danach das Abendprogramm zu bestreiten: Am Flussufer des Guayas zu Abendessen und danach mit Cocktail und Bier den Abend ausklingen lassen.
Somit konnte ich Guayaquil auch auf meiner Liste abhaken :D!
Da uns aber noch ein Tag zur Verfügung stand, machten wir uns am nächsten Tag
![]() |
| Kleiner Strandtrip nach Salinas |
Mittags kamen wir dann mit allem Gepäck dort an und genossen einfach das Meer! Baden, lecker Essen, lesen und am Abend ging es dann auch wieder entspannt zurück. Zum Glück hatten wir so viel Gelassenheit getankt, denn im Terminal an der Küste wartete ein Haufen Wochenendtouristen, die alle das gleiche Ziel hatten wie wir: zurück nach Hause und zwar über den Knotenpunkt Terminal Guayaquil. Da mussten wir eben etwas längere Wartezeiten in Kauf nehmen, aber was solls :) Wir waren zum Glück nicht in der Lage, wie ein amerikanisches Ehepaar, welches seine Freunde vor Ort besucht hatte und einen Flieger zu erreichen hatte. Diesen konnten wir zum Glück helfen, indem wir sie vor uns in die Schlange einschleusten, ansonsten wäre der Flieger weg.
Wir fuhren dann also entspannt über Nacht zurück und ich bestritt am nächsten Tag sogar in aller Frühe die Reunión. Da kam dann glücklicherweise heraus, dass Betty doch nicht operiert werden muss und uns somit noch zwei Wochen erhalten bleiben wird, bis sie nach Frankreich fliegt. Wenigstens eine Sorge weniger, nachdem Marco am Freitag endgültig das Handtuch schmiss und wir nun ohne Educador da standen.
Hoffentlich hält die Strandurlaub-Gelassenheit noch etwas an :)!
Standort:
Cuenca, Ecuador
Dienstag, 28. Oktober 2014
weltwärts-Tag in Quito - 120 weltwärts-Freiwillige auf einem Haufen
Unsere zweite Reise nach Quito galt dem weltwärts-Tag. Das bedeutet, dass sich für zwei Tage etwa 120 deutsche weltwärts-Freiwillige im Casa Maria Auxiliadora trafen, um gemeinsam etwas mehr über Ecuador zu erfahren und ein Netzwerk aufzubauen.
Wir kamen dort an und waren erstmal überwältigt von so vielen Freiwilligen :D!! Es gab ein Workshop-Programm, in welches man sich einschreiben sollte. Ich nahm an einem Kochworkshop mit Kathrin teil, wobei es letztendlich eher eine Vorführung war. Das Endprodukt - Quimbolito - war aber echt sehr lecker *-*
Weiter ging's mit einem Foto-Kurs, den ich ohne Kathrin machte. Zuerst bastelten wir eine Dunkelkamera und danach erschlossen wir uns damit die verschiedenen Funktionen unseres Fotoapparats. Da kam ich mir mit meiner Kompaktkamera neben den ganzen Spiegelreflex etwas klein vor :D Aber auch mit meiner Kamera konnte ich alle Übungen machen und sehr viel Neues erfahren!
Anschließend kam hoher Besuch: der deutsche Botschafter mit seiner Frau. Er erzählte uns etwas über Ecuador und war auch für Fragen offen. Sehr sympathisch!
Da wir jetzt schon mal auf dem "deutschen Trip" waren ging es zum Abendessen ins Colegio Alemán, die deutsche Schule in Quito. Mei, war das Essen dort lecker! Und danach konnten wir uns im Colegio umsehen und eine Band aus Quito trat auf und spielte mit präkolumbianischen Instrumenten (also aus der Zeit vor der Entdeckung Amerikas durch Columbus) - eine gute Mischung!
Dann gings wieder zurück, denn für den nächsten Tag standen zwei weitere Workshops an. Ich belegte "Ein Deutscher entdeckt Ecuador mit seinen Bergen". Der Workshop ging zwar eher über Ecuador allgemein, als wie ich dachte, vor allem über die Berge, aber er war trotzdem schön :)
Den letzten Workshop hab ich dann wieder mit Kathrin gemeinsam gemacht. Da ging es um den Nationalpark Yasuní. Jetzt kenn ich mich da wenigstens auch etwas aus. Denn das war das Thema mit dem Ecuador international in den Medien war :D Am Ende stellte die Leiterin Fredericke auch noch eine Reisemöglichkeit nach Yasuní vor. Hat sich interessant angehört. Mal gucken, wann da das Angebot zugeschickt wird :)
Da wir uns aber von den anderen Freiwilligen mittags noch nicht trennen wollten, verabredeten wir uns für abends am Plaza Foch. Da hatte ich dann echt das Gefühl, dass die ganze Ausgeh-Zone Quitos von Deutschen überschwemmt wurde :D
Am Sonntag, unserem erstmal letzten Tag in Quito sind wir dann noch gemeinsam mit Arreguis zur Mitad del Mundo gefahren. Jetzt war ich direkt am Äquator!
Der weltwärts-Tag war echt schön: Es hat sich gelohnt, dafür extra nach Quito zu fahren! Und ich hab das Gefühl, dass das Treffen mir geholfen hat, Ecuador nochmal etwas besser kennenzulernen, um sich leichter zu integrieren. Außerdem war es schön auch andere Freiwillige in Ecuador kennenzulernen!
Wir kamen dort an und waren erstmal überwältigt von so vielen Freiwilligen :D!! Es gab ein Workshop-Programm, in welches man sich einschreiben sollte. Ich nahm an einem Kochworkshop mit Kathrin teil, wobei es letztendlich eher eine Vorführung war. Das Endprodukt - Quimbolito - war aber echt sehr lecker *-*
Weiter ging's mit einem Foto-Kurs, den ich ohne Kathrin machte. Zuerst bastelten wir eine Dunkelkamera und danach erschlossen wir uns damit die verschiedenen Funktionen unseres Fotoapparats. Da kam ich mir mit meiner Kompaktkamera neben den ganzen Spiegelreflex etwas klein vor :D Aber auch mit meiner Kamera konnte ich alle Übungen machen und sehr viel Neues erfahren!
Anschließend kam hoher Besuch: der deutsche Botschafter mit seiner Frau. Er erzählte uns etwas über Ecuador und war auch für Fragen offen. Sehr sympathisch!
Da wir jetzt schon mal auf dem "deutschen Trip" waren ging es zum Abendessen ins Colegio Alemán, die deutsche Schule in Quito. Mei, war das Essen dort lecker! Und danach konnten wir uns im Colegio umsehen und eine Band aus Quito trat auf und spielte mit präkolumbianischen Instrumenten (also aus der Zeit vor der Entdeckung Amerikas durch Columbus) - eine gute Mischung!
Dann gings wieder zurück, denn für den nächsten Tag standen zwei weitere Workshops an. Ich belegte "Ein Deutscher entdeckt Ecuador mit seinen Bergen". Der Workshop ging zwar eher über Ecuador allgemein, als wie ich dachte, vor allem über die Berge, aber er war trotzdem schön :)
Den letzten Workshop hab ich dann wieder mit Kathrin gemeinsam gemacht. Da ging es um den Nationalpark Yasuní. Jetzt kenn ich mich da wenigstens auch etwas aus. Denn das war das Thema mit dem Ecuador international in den Medien war :D Am Ende stellte die Leiterin Fredericke auch noch eine Reisemöglichkeit nach Yasuní vor. Hat sich interessant angehört. Mal gucken, wann da das Angebot zugeschickt wird :)
Da wir uns aber von den anderen Freiwilligen mittags noch nicht trennen wollten, verabredeten wir uns für abends am Plaza Foch. Da hatte ich dann echt das Gefühl, dass die ganze Ausgeh-Zone Quitos von Deutschen überschwemmt wurde :D
Am Sonntag, unserem erstmal letzten Tag in Quito sind wir dann noch gemeinsam mit Arreguis zur Mitad del Mundo gefahren. Jetzt war ich direkt am Äquator!Der weltwärts-Tag war echt schön: Es hat sich gelohnt, dafür extra nach Quito zu fahren! Und ich hab das Gefühl, dass das Treffen mir geholfen hat, Ecuador nochmal etwas besser kennenzulernen, um sich leichter zu integrieren. Außerdem war es schön auch andere Freiwillige in Ecuador kennenzulernen!
Mittwoch, 15. Oktober 2014
Baños, ein Ort zum Verrücktwerden...oder schon sein :D!?
Am Freitag, 10. Oktober hatten wir dann auch einen Feiertag, eine Woche nach Deutschland :)! Bei uns wird hier eigentlich am 9. Oktober die Unabhängigkeit von Guayaquil gefeiert. Hier ist man aber aufgrund fehlender Brückentage dazu übergegangen, die Feiertage zu entsprechend langen Wochenenden zu verschieben :D Das kam uns natürlich zu gute und wir planten äußerst spontan - also am Donnerstagabend nach der Arbeit :D - unsere Reise von Freitag bis Sonntag nach Baños.
Die Planung war ein hin und her! Aufgrund des Feiertags wollten wir schon im voraus ein Hotel reservieren, was ansonsten nicht nötig ist. Also Telefon in die Hand und Finger wund wählen...denn wir hatten echt Pech und haben kein passendes Hostel finden können, was uns aufnehmen wollte. Also Planänderung: Wir würden in Ambato, wo wir eine Stunde von Baños entfernt umsteigen müssten, ein Hostel anfragen und falls wir dann vor Ort wirklich nichts finden sollten eben wieder zurück kommen und in Ambato bleiben. Wir verabschiedeten uns, damit jeder packen konnte und Kathrin wollte nochmal Hostels anrufen, während ich mich um einen Bus kümmern wollte.
Da lauerte das nächste Problem. Die Busunternehmen hatten entweder keine Plätze mehr oder gingen schon gar nicht mehr ans Telefon...super! Fast hätten wir unseren Plan umgeschmissen, da fanden Soraya und ich noch eine Verbindung mit Kontingente! Also schnell um kurz vor 22 Uhr hin zum Terminal und Tickets kaufen! Mit schnell war aber dann nichts...fast eine Stunde bangte ich in der Warteschlange um unsere Plätze im Bus um 3:20 Uhr nach Quito. Soraya "pöbelte" schon die Angestellte an wegen der unverschämt langen Wartezeit. Am Ende hat es dann aber noch geklappt, sodass ich den Rest der Nacht damit verbrachte das Nötigste - endlich mal sein Einsatz - in den Tramperrucksack zu stopfen :)
Die Fahrt nach Baños verlief dann ohne große Besonderheiten und wider erwarten haben wir gleich beim Hauptplatz ein passendes Hostel gefunden. Glücklich über diese positive Wendung stürzten wir uns gleich ins nächste Abenteuer: am Nachmittag sollte es zum Canyoning für uns beide gehen :) Das bedeutet auf deutsch: Man zwängt sich in einen Neoprenanzug und ausgestattet mit Chucks-ähnlichen Schuhen, Helm und Sicherheitsgurt stürzt man sich verschieden hohe Wasserfälle herunter...okai...man läuft langsam abgeseilt herunter ;) Nur den letzten der vier Wasserfälle sind wir mehr oder weniger heruntergesprungen...und zwar gleich 45 m :D!
Das Ganze war echt superlustig und auch nur wenig kalt :) Danach gab es ja auch leckeren Tee und salziges Popcorn, nennt sich Cangil. Das mag ich mittlerweile ziemlich gerne *-* Unsere Gruppe bestand aus fünf Leuten aus Loja, die dort in einem Englisch-Sprachzentrum arbeiten, zwei ausgewanderten Spaniern jetzt aus Quito, uns und den zwei Führern. Man glaubt es kaum, aber während manche Leute hier nicht mal wissen, dass man in Deutschland deutsch spricht - okay, wir sind ja auch nicht besser, manche vermuten Ecuador in Afrika - konnte einer der Führer deutsch aufgrund eines dreimonatigen Aufenthalts in meiner Heimat und einer der Lojaner hat gleich ein ganzes Jahr in Osnabrück sozial gearbeitet... Die Ecuadorianer sind zum Teil echt international :D!
Nach dem letzten Sprung vom Wasserfall war dann auch mehr oder weniger klar, dass wir uns am nächsten Tag an Puenting wagen würden. Am Abend versuchten wir uns noch etwas Mut anzutrinken... eigentlich war das nicht nötig, wir wollten nur das bekannte Nachtleben von Baños austesten ;) Bei der Gelegenheit trafen wir die Lojaner nochmal wieder und lernten den anderen Teil der Gruppe auch noch kennen: Praktikanten aus England!
Die trafen wir am nächsten Tag auf der Brücke dann gleich wieder :D Aufgrund von Regen verzögerte sich der Sprung etwas, aber irgendwann war es dann so weit :O Das Gefühl ist aber echt der Wahnsinn :D Man steht auf einer Plattform über einem reißenden Fluss, dazwischen 300 m nichts! Einer vom Personal zählt von drei runter, dann springt man mit ausgestreckten Armen ab und fällt, fällt, fällt bis das Seil ganz gedehnt ist und man anschließend unter der Brücke pendelt. Video seht ihr unten ;)
Nach diesem Adrenalin-Kick boten uns die Leute vom Sprachzentrum an, sie in ihrem gemieteten Bus nach Puyo im Dschungel zu begleiten. Gerne wären wir mitgefahren, denn schon Baños als "Tor zum Oriente" (wird hier in Ecuador als Dschungel verstanden) hat uns von der Flora und Fauna begeistert. Die andern wollten aber über Nacht im Bus schlafen, während wir ja unser Hostel in Baños hatten. Also wurde unser Puyo-Ausflug vertagt. Den freien Nachmittag nutzten wir dann also für eine Stadterkundung und wurden Zeugen einer Taufe in der örtlichen Kirche :) Abends stand dann obligatorisch der Besuch der Bäder an, schließlich ist dieses Wasser heilig für die dortige Bevölkerung. Das liegt daran, dass es erhitztes Thermalwasser vom Vulkan Tungurhaua ist, der über Baños wacht. Dieser war leider während unseres gesamten Aufenthalts in Wolken gehüllt. Als wir dann in die Becken abtauchen wollten, traf uns beinahe der Schlag! Das Wasser ist nicht nur warm, sondern fast siedend heiß!! Das erklärt auch die kalten Becken nebendran ;) Mir als Sauna-Fan hat das natürlich total gefallen und, wenn mich demnächst die Saunafreude packt, reise ich einfach wieder nach Baños :P
Zum krönenden Abschluss des Abends ging es nochmal zum Feiern und zum ersten Mal machte ich die Bekanntschaft mit Latinos in der Disco. Ich muss aber sagen, dass mir die Latinos ziemlich aufdringlich erscheinen, während man von Deutschland dagegen ja eher zurückhaltende Jungs gewohnt ist. Aber auch das erweitert meinen Erfahrungsschatz zumindest um ein paar Salsaschritte, denn wir haben wirklich nur getanzt ;D!!
An unserem letzten Tag genossen wir nochmal die angenehme Atmosphäre in Baños umrahmt von den satt grünen Berg- und Vulkanhängen mit einigen Wasserfällen und den bunten Blumen überall in der Stadt. Die Rückfahrt klappte dann auch super, sodass diese Reise eindeutig Lust auf mehr vom Oriente macht!
Besitos!!
PS: Das Video von unserer ALS-Icebucketchallenge findet ihr jetzt auch unterhalb des Eintrags "Fortsetzung folgt..." ;)!
Die Planung war ein hin und her! Aufgrund des Feiertags wollten wir schon im voraus ein Hotel reservieren, was ansonsten nicht nötig ist. Also Telefon in die Hand und Finger wund wählen...denn wir hatten echt Pech und haben kein passendes Hostel finden können, was uns aufnehmen wollte. Also Planänderung: Wir würden in Ambato, wo wir eine Stunde von Baños entfernt umsteigen müssten, ein Hostel anfragen und falls wir dann vor Ort wirklich nichts finden sollten eben wieder zurück kommen und in Ambato bleiben. Wir verabschiedeten uns, damit jeder packen konnte und Kathrin wollte nochmal Hostels anrufen, während ich mich um einen Bus kümmern wollte.
Da lauerte das nächste Problem. Die Busunternehmen hatten entweder keine Plätze mehr oder gingen schon gar nicht mehr ans Telefon...super! Fast hätten wir unseren Plan umgeschmissen, da fanden Soraya und ich noch eine Verbindung mit Kontingente! Also schnell um kurz vor 22 Uhr hin zum Terminal und Tickets kaufen! Mit schnell war aber dann nichts...fast eine Stunde bangte ich in der Warteschlange um unsere Plätze im Bus um 3:20 Uhr nach Quito. Soraya "pöbelte" schon die Angestellte an wegen der unverschämt langen Wartezeit. Am Ende hat es dann aber noch geklappt, sodass ich den Rest der Nacht damit verbrachte das Nötigste - endlich mal sein Einsatz - in den Tramperrucksack zu stopfen :)
Die Fahrt nach Baños verlief dann ohne große Besonderheiten und wider erwarten haben wir gleich beim Hauptplatz ein passendes Hostel gefunden. Glücklich über diese positive Wendung stürzten wir uns gleich ins nächste Abenteuer: am Nachmittag sollte es zum Canyoning für uns beide gehen :) Das bedeutet auf deutsch: Man zwängt sich in einen Neoprenanzug und ausgestattet mit Chucks-ähnlichen Schuhen, Helm und Sicherheitsgurt stürzt man sich verschieden hohe Wasserfälle herunter...okai...man läuft langsam abgeseilt herunter ;) Nur den letzten der vier Wasserfälle sind wir mehr oder weniger heruntergesprungen...und zwar gleich 45 m :D!
Das Ganze war echt superlustig und auch nur wenig kalt :) Danach gab es ja auch leckeren Tee und salziges Popcorn, nennt sich Cangil. Das mag ich mittlerweile ziemlich gerne *-* Unsere Gruppe bestand aus fünf Leuten aus Loja, die dort in einem Englisch-Sprachzentrum arbeiten, zwei ausgewanderten Spaniern jetzt aus Quito, uns und den zwei Führern. Man glaubt es kaum, aber während manche Leute hier nicht mal wissen, dass man in Deutschland deutsch spricht - okay, wir sind ja auch nicht besser, manche vermuten Ecuador in Afrika - konnte einer der Führer deutsch aufgrund eines dreimonatigen Aufenthalts in meiner Heimat und einer der Lojaner hat gleich ein ganzes Jahr in Osnabrück sozial gearbeitet... Die Ecuadorianer sind zum Teil echt international :D!
Nach dem letzten Sprung vom Wasserfall war dann auch mehr oder weniger klar, dass wir uns am nächsten Tag an Puenting wagen würden. Am Abend versuchten wir uns noch etwas Mut anzutrinken... eigentlich war das nicht nötig, wir wollten nur das bekannte Nachtleben von Baños austesten ;) Bei der Gelegenheit trafen wir die Lojaner nochmal wieder und lernten den anderen Teil der Gruppe auch noch kennen: Praktikanten aus England!
Die trafen wir am nächsten Tag auf der Brücke dann gleich wieder :D Aufgrund von Regen verzögerte sich der Sprung etwas, aber irgendwann war es dann so weit :O Das Gefühl ist aber echt der Wahnsinn :D Man steht auf einer Plattform über einem reißenden Fluss, dazwischen 300 m nichts! Einer vom Personal zählt von drei runter, dann springt man mit ausgestreckten Armen ab und fällt, fällt, fällt bis das Seil ganz gedehnt ist und man anschließend unter der Brücke pendelt. Video seht ihr unten ;)
Nach diesem Adrenalin-Kick boten uns die Leute vom Sprachzentrum an, sie in ihrem gemieteten Bus nach Puyo im Dschungel zu begleiten. Gerne wären wir mitgefahren, denn schon Baños als "Tor zum Oriente" (wird hier in Ecuador als Dschungel verstanden) hat uns von der Flora und Fauna begeistert. Die andern wollten aber über Nacht im Bus schlafen, während wir ja unser Hostel in Baños hatten. Also wurde unser Puyo-Ausflug vertagt. Den freien Nachmittag nutzten wir dann also für eine Stadterkundung und wurden Zeugen einer Taufe in der örtlichen Kirche :) Abends stand dann obligatorisch der Besuch der Bäder an, schließlich ist dieses Wasser heilig für die dortige Bevölkerung. Das liegt daran, dass es erhitztes Thermalwasser vom Vulkan Tungurhaua ist, der über Baños wacht. Dieser war leider während unseres gesamten Aufenthalts in Wolken gehüllt. Als wir dann in die Becken abtauchen wollten, traf uns beinahe der Schlag! Das Wasser ist nicht nur warm, sondern fast siedend heiß!! Das erklärt auch die kalten Becken nebendran ;) Mir als Sauna-Fan hat das natürlich total gefallen und, wenn mich demnächst die Saunafreude packt, reise ich einfach wieder nach Baños :P
Zum krönenden Abschluss des Abends ging es nochmal zum Feiern und zum ersten Mal machte ich die Bekanntschaft mit Latinos in der Disco. Ich muss aber sagen, dass mir die Latinos ziemlich aufdringlich erscheinen, während man von Deutschland dagegen ja eher zurückhaltende Jungs gewohnt ist. Aber auch das erweitert meinen Erfahrungsschatz zumindest um ein paar Salsaschritte, denn wir haben wirklich nur getanzt ;D!!
An unserem letzten Tag genossen wir nochmal die angenehme Atmosphäre in Baños umrahmt von den satt grünen Berg- und Vulkanhängen mit einigen Wasserfällen und den bunten Blumen überall in der Stadt. Die Rückfahrt klappte dann auch super, sodass diese Reise eindeutig Lust auf mehr vom Oriente macht!
Besitos!!
PS: Das Video von unserer ALS-Icebucketchallenge findet ihr jetzt auch unterhalb des Eintrags "Fortsetzung folgt..." ;)!
Labels:
Action,
ALS-Icebucket-Challenge,
Baños,
Busreise,
Oriente,
Puenting,
Reisefieber
Standort:
Cuenca, Ecuador
Sonntag, 28. September 2014
Quito calling!
Letztes Wochenende ging es für Kathrin und mich dann nach Quito :D!
Es war ein echt geniales Wochenende, vielleicht auch weil es so verrückt war!
Wir sind am Freitag um 22 Uhr in Cuenca mit dem Panamericana-Bus aufgebrochen. Haben also schon vor der Arbeit am Freitag unsere Taschen gepackt, damit wir am Abend keinen Stress mehr haben. Unsere Fahrt von eigentlich "nur" 442 km sollte 8 Stunden dauern. Hier in Ecuador ist Distanz etwas anderes! Wir chillten uns also in den Bus, um ausgeschlafen in Quito anzukommen. Das klappte auch ganz gut, nur dass es uns die ganze Nacht über an den Füßen zog...
Dafür waren wir dann um viertel vor 7 Uhr in Quito im Terminal und wurden von den Eltern der Familie Arregui abgeholt! Die haben uns dann durch die Berge Quitos zu ihnen nach Hause gefahren, wo die drei Mädels der Familie warteten. Die ganze Familie ist super nett und die Mädels haben Kathrin und mir gleich jeweils ein Zimmer zur Verfügung gestellt :)!! Mit Ausruhen war aber nicht viel, da wir zum Frühstücken bei einer weiteren Familie eingeladen waren. Also ging es wieder mit dem Auto von Cumbaya in ein anderes Tal Quitos, wo von zwei Angestellten auf einer langen Tafel das Frühstück gereicht wurde. Es war köstlich und vielfältig: Cangil (salziges Popcorn), Ceviche (kalte Suppe mit Meeresfrüchten), Müsli, Obst von ecuadorianischer Auswahl, Säfte und vieles mehr verführte unseren Gaumen *-*
Nach diesem opulenten Frühstück mussten wir uns natürlich bewegen! Also ging es rauf zum Templo de la Patria. Quito hat viele Berge, die auch wesentlich höher als die um Cuenca sind. Dort oben wurde in leuchtenden Bildern von der letzten Schlacht der Befreiungskriege bei Quito erzählt und der angelegte Garten bot einen wunderschönen Blick auf das Riesending mit Namen Stadt Quito! Das Wahrzeichen Quitos ist die Virgen de Quito, die auf einem Berg mitten in der Stadt thront. Also nix wie hin ;D!
Nachdem wir also nochmals auf die Stadt herab geblickt hatten, wollten wir uns das Treiben dort nun von Nahem ansehen. Wir begaben uns also wieder in den Stadtverkehr, der auf mehr oder weniger breiten Straßen durch die Stadt geleitet wird. Auf diesem Weg sahen wir auch die Feria von Quito. Feria auf deutsch übersetzt bedeutet eigentlich nur Warenmesse, ist aber für die Verhältnisse hier wesentlich zu schlicht ausgedrückt. Vielmehr ist es eine Verrücktheit, die an ein oder zwei Tagen der Woche auf einem Marktgelände in verschiedenen Städten ausbricht. Alles, aber wirklich alles steht zum Verkauf: die exotischten Früchte, bunte Möbel, diverse Kleidungsstücke von traditionell bis modern...ALLES!!!
Und das haben wir nur aus dem Autofenster zu sehen bekommen, wartet ab, bis Kathrin und ich die Feria in Cuenca besuchen werden :D!
In der Innenstadt sind wir dann die Straße der sieben Kreuze entlang gelaufen, welche uns zum Plaza Grande führte, welcher vom Präsidentenpalast, der Kathedrale, dem Bischhofssitz sowie der Stadtverwaltung umstellt wird. Wenn man der Straße weiter folgt wie wir, kommt man zur Kirche La Compañía de Jesús (Gesellchaft Jesu). Diese Kirche muss man einfach gesehen haben!! Alles, aber wirklich alles ist mit Gold überzogen und die Außenfassade wurde von einem Bamberger gestaltet, das ist echt der Wahnsinn :D
Auf diesen Anblick gab es erstmal etwas für den Magen ;) Fritadas wurden uns als typisches Essen empfohlen und so stand auch prompt ein Teller dieser Art vor uns. Man kann sagen, dieses Essen war in der Tat würdig unser Hammerfrühstück zu deckeln!
Zum Einhalten der Mittagsruhe ging es jetzt aber erstmal wieder nach Hause. Die älteste Tochter Danni, Kathrins ehemalige Austauschpartnerin und mittlerweile Studentin in Berlin, machte sich für eine Hochzeitsparty fertig und auch wir verbrachten den Abend nicht ruhig auf der Couch. Uns zog es in die Calle Ronda, die erste Straße Quitos, die heute viele Restaurants, Bars und Kunsthandwerksläden beherbergt. Da man ja heute noch nicht genug gegessen hatte - das Abendessen fehlt ja noch ;D - ging es in eines der besagten Restaurants, wo wir eine heiße Schokolade mit Queso (ja, auf deutsch Käse) und dazu Empanadas de Viento verspeisten. Die Empanadas sind eigentlich auch mit Queso hergestellt, dieser ist aber ähnlich wie Mozarella, sodass man ihn ruhigen Gewissens mit Schokolade trinken und auf die Empanadas Zucker streuen kann...das schmeckt sogar ziemlich geil :D
Für den Samstag haben wir also den Saft aus dem Tag herausgholt, wie man hier sagt :D!! Der Sonntag wurde nicht weniger turbulent: Es gab ein gemeinsames Familienfrühstück und wir überreichten die mitgebrachten Gastgeschenke, die natürlich auch aus Haribo bestanden ;D Danach sind Danni und ihre Mutter mit uns zum Park El Ejido gefahren, wo jeden Sonntag ein Kunstmarkt stattfindet. Und diese Kunstwerke konnten sich echt sehen lassen! Zu gerne hätte ich mir eins mitgenommen, aber genau dies wäre auch zum großen Problem geworden :D Also schnell Ortswechsel zum Kunsthandwerksmarkt "El Mariscal", wo wir unsere Shoppingbedürfnisse frei ausleben konnten :) In meinen Einkaufstüten fanden sich nachher eine chillige Otavalo-Hose, eine kleine Lederhandtasche, eine Hirtentasche mit Ecuador-Aufdruck (ist hier kein Touristenteil!), ein Alpaka-Pulli, ein Tischläufer, den ich als Schal verwenden werde und ein Schachspiel Conquistadores gegen Indígenas anstatt Schwarz gegen Weiß :D! Außerdem hab ich auch das erste Mitbringsel für Freunde eingekauft, was und für wen bleibt eine Überraschung ;D Am Ende kann man sagen: Zum Glück haben wir unsere Rückfahrkarten schon im Voraus gekauft, ansonsten hätten wir auch noch das Geld dafür auf den Kopf gehauen, auch wenn uns die Einkäufe nicht teuer gekommen sind :)
Am Nachmittag, natürlich gab es wieder ein gutes Mittagessen zu Hause, haben wir uns dann noch ein Einkaufszentrum angeschaut und dort unser Verlangen nach Schokolade gestillt. Dann ging es aber auch wieder nach Hause, wo wir einen Film anguckten, damit Kathrin und ich schon mal entspannen konnten. Nach dem Abendessen - essen, essen, essen :D - ging es dann schon wieder ans Abschiednehmen! An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir unendlich dankbar für die Gastfreundschaft der Arreguis sind und mit ihnen ein wunderschönes Wochenende in Quito verbringen konnten :)!!
Wieder um 22 Uhr ging unser Bus im Terminal zurück nach Cuenca und wir konnten auf ein Wochenende in der Hauptstadt Quito zurückblicken, was kaum voller an Erlebnissen sein konnte, und eine Stadt, die sich mit den vielen westlichen Einflüssen so stark von Cuenca unterscheidet. Aber keine Busfahrt ohne Abenteuer :D! Wir froren diesmal zwar nicht mehr - lag vielleicht an unseren vielen Einkäufen - aber gegen Morgen wurden wir beim Blick auf die Uhr immer nervöser. Betty hatte uns für 8 Uhr in die Fundación zu einem Treffen bestellt. Wann kamen wir in Cuenca an?? Um halb 8 Uhr :D!! Also nur schnell Gepäck daheim abstellen, frisch machen und gleich ab an die Arbeit für 10 Stunden Treffen und Übersetzung. Danach brauchten wir nichts mehr...okai, vielleicht nen Kaffee :D
VLG aus Cuenca
Eure Laura
Es war ein echt geniales Wochenende, vielleicht auch weil es so verrückt war!
Wir sind am Freitag um 22 Uhr in Cuenca mit dem Panamericana-Bus aufgebrochen. Haben also schon vor der Arbeit am Freitag unsere Taschen gepackt, damit wir am Abend keinen Stress mehr haben. Unsere Fahrt von eigentlich "nur" 442 km sollte 8 Stunden dauern. Hier in Ecuador ist Distanz etwas anderes! Wir chillten uns also in den Bus, um ausgeschlafen in Quito anzukommen. Das klappte auch ganz gut, nur dass es uns die ganze Nacht über an den Füßen zog...
Dafür waren wir dann um viertel vor 7 Uhr in Quito im Terminal und wurden von den Eltern der Familie Arregui abgeholt! Die haben uns dann durch die Berge Quitos zu ihnen nach Hause gefahren, wo die drei Mädels der Familie warteten. Die ganze Familie ist super nett und die Mädels haben Kathrin und mir gleich jeweils ein Zimmer zur Verfügung gestellt :)!! Mit Ausruhen war aber nicht viel, da wir zum Frühstücken bei einer weiteren Familie eingeladen waren. Also ging es wieder mit dem Auto von Cumbaya in ein anderes Tal Quitos, wo von zwei Angestellten auf einer langen Tafel das Frühstück gereicht wurde. Es war köstlich und vielfältig: Cangil (salziges Popcorn), Ceviche (kalte Suppe mit Meeresfrüchten), Müsli, Obst von ecuadorianischer Auswahl, Säfte und vieles mehr verführte unseren Gaumen *-*
Nach diesem opulenten Frühstück mussten wir uns natürlich bewegen! Also ging es rauf zum Templo de la Patria. Quito hat viele Berge, die auch wesentlich höher als die um Cuenca sind. Dort oben wurde in leuchtenden Bildern von der letzten Schlacht der Befreiungskriege bei Quito erzählt und der angelegte Garten bot einen wunderschönen Blick auf das Riesending mit Namen Stadt Quito! Das Wahrzeichen Quitos ist die Virgen de Quito, die auf einem Berg mitten in der Stadt thront. Also nix wie hin ;D!
Nachdem wir also nochmals auf die Stadt herab geblickt hatten, wollten wir uns das Treiben dort nun von Nahem ansehen. Wir begaben uns also wieder in den Stadtverkehr, der auf mehr oder weniger breiten Straßen durch die Stadt geleitet wird. Auf diesem Weg sahen wir auch die Feria von Quito. Feria auf deutsch übersetzt bedeutet eigentlich nur Warenmesse, ist aber für die Verhältnisse hier wesentlich zu schlicht ausgedrückt. Vielmehr ist es eine Verrücktheit, die an ein oder zwei Tagen der Woche auf einem Marktgelände in verschiedenen Städten ausbricht. Alles, aber wirklich alles steht zum Verkauf: die exotischten Früchte, bunte Möbel, diverse Kleidungsstücke von traditionell bis modern...ALLES!!!
Und das haben wir nur aus dem Autofenster zu sehen bekommen, wartet ab, bis Kathrin und ich die Feria in Cuenca besuchen werden :D!
In der Innenstadt sind wir dann die Straße der sieben Kreuze entlang gelaufen, welche uns zum Plaza Grande führte, welcher vom Präsidentenpalast, der Kathedrale, dem Bischhofssitz sowie der Stadtverwaltung umstellt wird. Wenn man der Straße weiter folgt wie wir, kommt man zur Kirche La Compañía de Jesús (Gesellchaft Jesu). Diese Kirche muss man einfach gesehen haben!! Alles, aber wirklich alles ist mit Gold überzogen und die Außenfassade wurde von einem Bamberger gestaltet, das ist echt der Wahnsinn :D
Auf diesen Anblick gab es erstmal etwas für den Magen ;) Fritadas wurden uns als typisches Essen empfohlen und so stand auch prompt ein Teller dieser Art vor uns. Man kann sagen, dieses Essen war in der Tat würdig unser Hammerfrühstück zu deckeln!
Zum Einhalten der Mittagsruhe ging es jetzt aber erstmal wieder nach Hause. Die älteste Tochter Danni, Kathrins ehemalige Austauschpartnerin und mittlerweile Studentin in Berlin, machte sich für eine Hochzeitsparty fertig und auch wir verbrachten den Abend nicht ruhig auf der Couch. Uns zog es in die Calle Ronda, die erste Straße Quitos, die heute viele Restaurants, Bars und Kunsthandwerksläden beherbergt. Da man ja heute noch nicht genug gegessen hatte - das Abendessen fehlt ja noch ;D - ging es in eines der besagten Restaurants, wo wir eine heiße Schokolade mit Queso (ja, auf deutsch Käse) und dazu Empanadas de Viento verspeisten. Die Empanadas sind eigentlich auch mit Queso hergestellt, dieser ist aber ähnlich wie Mozarella, sodass man ihn ruhigen Gewissens mit Schokolade trinken und auf die Empanadas Zucker streuen kann...das schmeckt sogar ziemlich geil :D
Für den Samstag haben wir also den Saft aus dem Tag herausgholt, wie man hier sagt :D!! Der Sonntag wurde nicht weniger turbulent: Es gab ein gemeinsames Familienfrühstück und wir überreichten die mitgebrachten Gastgeschenke, die natürlich auch aus Haribo bestanden ;D Danach sind Danni und ihre Mutter mit uns zum Park El Ejido gefahren, wo jeden Sonntag ein Kunstmarkt stattfindet. Und diese Kunstwerke konnten sich echt sehen lassen! Zu gerne hätte ich mir eins mitgenommen, aber genau dies wäre auch zum großen Problem geworden :D Also schnell Ortswechsel zum Kunsthandwerksmarkt "El Mariscal", wo wir unsere Shoppingbedürfnisse frei ausleben konnten :) In meinen Einkaufstüten fanden sich nachher eine chillige Otavalo-Hose, eine kleine Lederhandtasche, eine Hirtentasche mit Ecuador-Aufdruck (ist hier kein Touristenteil!), ein Alpaka-Pulli, ein Tischläufer, den ich als Schal verwenden werde und ein Schachspiel Conquistadores gegen Indígenas anstatt Schwarz gegen Weiß :D! Außerdem hab ich auch das erste Mitbringsel für Freunde eingekauft, was und für wen bleibt eine Überraschung ;D Am Ende kann man sagen: Zum Glück haben wir unsere Rückfahrkarten schon im Voraus gekauft, ansonsten hätten wir auch noch das Geld dafür auf den Kopf gehauen, auch wenn uns die Einkäufe nicht teuer gekommen sind :)
Am Nachmittag, natürlich gab es wieder ein gutes Mittagessen zu Hause, haben wir uns dann noch ein Einkaufszentrum angeschaut und dort unser Verlangen nach Schokolade gestillt. Dann ging es aber auch wieder nach Hause, wo wir einen Film anguckten, damit Kathrin und ich schon mal entspannen konnten. Nach dem Abendessen - essen, essen, essen :D - ging es dann schon wieder ans Abschiednehmen! An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir unendlich dankbar für die Gastfreundschaft der Arreguis sind und mit ihnen ein wunderschönes Wochenende in Quito verbringen konnten :)!!
Wieder um 22 Uhr ging unser Bus im Terminal zurück nach Cuenca und wir konnten auf ein Wochenende in der Hauptstadt Quito zurückblicken, was kaum voller an Erlebnissen sein konnte, und eine Stadt, die sich mit den vielen westlichen Einflüssen so stark von Cuenca unterscheidet. Aber keine Busfahrt ohne Abenteuer :D! Wir froren diesmal zwar nicht mehr - lag vielleicht an unseren vielen Einkäufen - aber gegen Morgen wurden wir beim Blick auf die Uhr immer nervöser. Betty hatte uns für 8 Uhr in die Fundación zu einem Treffen bestellt. Wann kamen wir in Cuenca an?? Um halb 8 Uhr :D!! Also nur schnell Gepäck daheim abstellen, frisch machen und gleich ab an die Arbeit für 10 Stunden Treffen und Übersetzung. Danach brauchten wir nichts mehr...okai, vielleicht nen Kaffee :D
VLG aus Cuenca
Eure Laura
Labels:
Arbeit,
Busreise,
Quito,
Reisefieber
Standort:
Cuenca, Ecuador
Freitag, 19. September 2014
Chefin versetzt uns an den Schreibtisch, dafür geht's übers Wochenende nach Quito!
Nachdem Kathrin und ich heute den ganzen Tag bis auf die Mitarbeit im Comedor am Schreibtisch mit Übersetzung verbracht haben, freu ich mich jetzt umso mehr, dass in gut einer Stunde unser Bus nach Quit0 geht!!
Wir werden in Quito Kathrins ehemalige Gastfamilie besuchen. Deren Tochter Danni studiert mittlerweile in Berlin und da das Semester ja bald wieder losgeht, hat es etwas gedrängt, dass wir uns auf nach Quito machen. Da haben Kathrin und sie einfach mal für ein Jahr Länder getauscht :D! Man kann es sich ja auch schwer machen mit dem Besuchen ;)
Hier nun ein kleiner Rückblick auf meine Woche: Am Montag stand auf einmal eine Frau im Comedor und wir dachten schon, dass es sich um eine Mutter der Familien im Projekt handelt, bis sich die Frau als Betty vorstellte. Endlich konnten wir unsere Chefin kennenlernen! Kathrin und ich dachten schon, dass wir ab jetzt klare Aufgaben und Arbeitszeiten haben, aber Pustekuchen :D Betty fehlt noch der Vertrag aus Deutschland, der unsere Arbeitszeiten regelt und solange der nicht da ist, gibt es auch noch keine Arbeitspläne :D Hach...so eine Situation erlebt man in Deutschland wohl eher weniger :D
Daraufhin waren wir uns etwas unsicher, wie es weiter geht, da wir ja eigentlich zuerst nur zur Mithilfe im Comedor bestellt waren und meistens freiwillig noch weiter mitgearbeitet haben, was aber nicht mit der Chefin abgeklärt war. So gab es am Montag nur eine Einführungsbesprechung mit Betty, wo wir uns nochmal Warnungen zur Sicherheit, auch gegenüber den ecuadorianischen Jungs und Co. anhören durften...die haben's anscheinend echt faustdick hinter den Ohren. Überall wird man vor ihnen gewarnt :D!
Dann hatten wir eine Stunde Zeit, genug um mal wieder eine Bäckerei zu überfallen!! Es gibt hier alle möglichen Arten von Brot, viel süßes, aber kaum Vollkorn bzw. das was sich integral nennt, kann es keinesfalls mit deutschem Brot aufnehmen :D Danach gab es ein Einführungstreffen für die ganze Familie der Fundación, was aus einer Begrüßung von Betty und ortstypischem Essen bestand. Wir hätten uns also den Gang zur Panadería sparen können :D!
Am Dienstag war Betty dann wieder nicht da, da sich ihr Sohn irgendwie an der Nase verletzt hatte. Also warten auf Mittwoch. Da gab's dann eine Teambesprechung der Erzieher, hier Educadoren genannt. Am vergangenen Freitag hatte Betty Soraya noch mitgegeben, dass wir unbedingt Spanischunterricht nehmen sollen, damit wir auch alle hier verstehen...da kannte sie uns und unsere Spanischkenntnisse noch gar nicht und da redete sie mit einer Geschwindigkeit auf uns ein, dass mir der Kopf qualmte :D
Gestern war sie dann wieder nicht da, also haben wir wieder mit den Kindern gearbeitet und an der Asamblea teilgenommen. Dort wurden die neuen Familien für das Jahr eingeteilt, welche dann unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Heute saßen wir dann am Schreibtisch und so wird es am Montag dann wieder weitergehen :D
Mal gucken, wann wir dann endlich unseren Arbeitsplan haben. Die Educadoren haben uns auf jeden Fall schon öfter um Unterstützung gebeten :)!
Jetzt geht's aber erstmal los nach Quito!!
Bis bald und besitos!
Wir werden in Quito Kathrins ehemalige Gastfamilie besuchen. Deren Tochter Danni studiert mittlerweile in Berlin und da das Semester ja bald wieder losgeht, hat es etwas gedrängt, dass wir uns auf nach Quito machen. Da haben Kathrin und sie einfach mal für ein Jahr Länder getauscht :D! Man kann es sich ja auch schwer machen mit dem Besuchen ;)
Hier nun ein kleiner Rückblick auf meine Woche: Am Montag stand auf einmal eine Frau im Comedor und wir dachten schon, dass es sich um eine Mutter der Familien im Projekt handelt, bis sich die Frau als Betty vorstellte. Endlich konnten wir unsere Chefin kennenlernen! Kathrin und ich dachten schon, dass wir ab jetzt klare Aufgaben und Arbeitszeiten haben, aber Pustekuchen :D Betty fehlt noch der Vertrag aus Deutschland, der unsere Arbeitszeiten regelt und solange der nicht da ist, gibt es auch noch keine Arbeitspläne :D Hach...so eine Situation erlebt man in Deutschland wohl eher weniger :D
Daraufhin waren wir uns etwas unsicher, wie es weiter geht, da wir ja eigentlich zuerst nur zur Mithilfe im Comedor bestellt waren und meistens freiwillig noch weiter mitgearbeitet haben, was aber nicht mit der Chefin abgeklärt war. So gab es am Montag nur eine Einführungsbesprechung mit Betty, wo wir uns nochmal Warnungen zur Sicherheit, auch gegenüber den ecuadorianischen Jungs und Co. anhören durften...die haben's anscheinend echt faustdick hinter den Ohren. Überall wird man vor ihnen gewarnt :D!
Dann hatten wir eine Stunde Zeit, genug um mal wieder eine Bäckerei zu überfallen!! Es gibt hier alle möglichen Arten von Brot, viel süßes, aber kaum Vollkorn bzw. das was sich integral nennt, kann es keinesfalls mit deutschem Brot aufnehmen :D Danach gab es ein Einführungstreffen für die ganze Familie der Fundación, was aus einer Begrüßung von Betty und ortstypischem Essen bestand. Wir hätten uns also den Gang zur Panadería sparen können :D!
Am Dienstag war Betty dann wieder nicht da, da sich ihr Sohn irgendwie an der Nase verletzt hatte. Also warten auf Mittwoch. Da gab's dann eine Teambesprechung der Erzieher, hier Educadoren genannt. Am vergangenen Freitag hatte Betty Soraya noch mitgegeben, dass wir unbedingt Spanischunterricht nehmen sollen, damit wir auch alle hier verstehen...da kannte sie uns und unsere Spanischkenntnisse noch gar nicht und da redete sie mit einer Geschwindigkeit auf uns ein, dass mir der Kopf qualmte :D
Gestern war sie dann wieder nicht da, also haben wir wieder mit den Kindern gearbeitet und an der Asamblea teilgenommen. Dort wurden die neuen Familien für das Jahr eingeteilt, welche dann unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Heute saßen wir dann am Schreibtisch und so wird es am Montag dann wieder weitergehen :D
Mal gucken, wann wir dann endlich unseren Arbeitsplan haben. Die Educadoren haben uns auf jeden Fall schon öfter um Unterstützung gebeten :)!
Jetzt geht's aber erstmal los nach Quito!!
Bis bald und besitos!
Standort:
Cuenca, Ecuador
Montag, 8. September 2014
Sand zwischen den Zehen...
Holaaa amigos!!
Kathrin und ich sind wieder wohlauf nach Cuenca zurückgekehrt! Wir haben wunderschöne vier Tage an der Costa verbracht, natürlich nicht ohne Abenteuer ;) Wir sind am Donnerstag um 5 Uhr morgens mit dem Bus über Guayaquil nach Portoviejo gefahren. Hier gibt es nämlich ein äußerst gut ausgebautes Fernbus-System, dafür aber kein Eisenbahnnetz wie wir es in Deutschland kennen. Die Fahrt war sehr angenehm, da die Sitzreihen genug Abstand voneinander haben, dass man bei ganz zurückgestellter Rückenlehne seinen Hintermann immer noch nicht belästigen kann und auch für die Füße eine Vorrichtung vorhanden ist. So konnten wir in Ruhe weiterschlafen oder die Anden im Morgengrauen bewundern, während wir in knappen vier Stunden von 2500 Höhenmeter auf Null kamen. In Portoviejo sind wir dann in einen anderen Bus nach Crucita umgestiegen. Dieser war aber wirklich anders :D! Wir hatten es mit einem Gefährt zu tun, das keinen deutschen TÜV überstehen würde, daher aber mit allerlei christlichen Motiven zugeklebt war nach dem Motto: Auch wenn der Wagen halb auseinander fällt, dann halte wenigstens Gott seine Hand drüber, dass alle gut ankommen.
Etwa um 14 Uhr in Crucita angekommen liefen wir erstmal den Malecón (Strandpromenade) ab und bestellten ein Almuerzo (Mittagessen) in einem Comedor (etwas einfacher als ein Restaurant). So etwas ist erschwinglich und sehr lecker, da man für etwa 3 $ eine Suppe mit ortstypischem Hauptgang bestehend aus Reis, Salat, angebratenen Bananen und Fisch und Saft bekommt. Wir bestellten Cola, bekamen dann aber eine pappsüße Inka Cola...tja :)
Kathrins und mein weiterer Plan bestand aus einem zusammengekritzelten Zettel, auf dem die schönsten Strände der Region Manabí und ein Hotelvorschlag vermerkt war. Den Hotelvorschlag konnten wir leider nicht wahrnehmen, da es hier tausend Pingüino-Stände (Langnese-Äquivalent) gibt und wir dann einfach im nächst größten die Eisfrau fragten, anstatt nach einem großem, weiß-haarigen Herren mit Glasauge zu suchen. Die Eisfrau empfahl uns dann das Hotel Huellas en la Arena und das war unser Glücksgriff!
Wir hatten eine familiäre Unterkunft, wo wir jeden Morgen das Frühstück aus Omlett, Obstsalat, Kaffee und Brot selbst zubereiteten und der einzige weitere Gast war ein Osteopath aus Cuenca, der uns in seinem Auto herumchauffierte :D So kamen wir am nächsten Tag in die Thunfisch-Metropole Manta, dessen wunderschönen Strand Playa de Murciélago (Fledermausstrand) und an den Playa Boca (Mündungsstrand), der die Mündung des Rio Portoviejo enthält und wo wir wieder ein äußerst leckeres Mittagessen unter Palmendach und Meerblick hatten. Tags drauf ging es nach San Jacinto und San Clemente, dann wurden wir "ausgesetzt" und schlugen uns mit den Kitsch-Bussen nach Canoa durch. Dort trafen wir das ecuadorianische Hippie-Dorf schlechthin an :) Alles, was man beispielsweise auf dem Tollwood erstehen kann, gab es dort in der chilligen Atmosphäre eines Surferdorfs. Der Strand war wie alle anderen zuvor gesehenen traumhaft schön, nur leider hatten wir an dem Tag kein Glück mit dem Wetter. So war es uns zum Baden zu windig, dafür wurde dann aber ausgiebig gebummelt ;)
Abends kamen wir wieder in Crucita an und gingen auf den gelungenen Strand-Kurztrip noch einen trinken. Am ersten Abend hatten wir uns schon an einem ortstypischen Mischgetränk aus Corona-Bier, Limon und Salz versucht, was aber gründlich fehlgeschlagen ist und in der Challenge "Trink das Glas aus!" endete, beide bestanden :D Dafür sollte es diesmal ein Cocktail zum Dank bei der Eisfrau sein!
Am nächsten Tag sollte es dann zurück Richtung Heimat gehen, was sich als echter Spießrutenlauf entpuppte. Unsere anvisierte Ankunftszeit war 19 Uhr in Cuenca, so dass wir um 11 Uhr Crucita verließen, nachdem wir uns vom Hotelbesitzer Julio und "Chauffeur" Fernando samt hoteleigenem Kleintierzoo bestehend aus drei Hunden, Hühnern und einem pflegebedürftigen Küken verabschiedet hatten. Um 12 Uhr kamen wir dann sogar früher als geplant in Portoviejo an. Dort nahm das Übel seinen Lauf: Da es Sonntag war hatte unser eigentliches Busunternehmen Reina del Camino erst bei der Fahrt um 16:15 Uhr wieder Plätze frei für uns zwei. So lange wollten wir aber nicht warten und machten uns auf die Suche nach Alternativen nach Guayaquil. Ein junger Mann wollte uns zu diesen Buslinien führen und empfahl uns einen Bus nach Santo Domingo. Wir wurden in den Bus verfrachtet und guckten dann auf die Karte, wo die Reise überhaupt hingeht...OMG, das war ja voll die falsche Richtung!! Santo Domingo liegt vielleicht zwei Stunden von Quito, aber zehn Stunden von Cuenca mit dem Bus entfernt...Als uns das auffiel, war es aber schon zu spät und wir im Bus unterwegs in die falsche Richtung! Die fünfstündige Fahrt war landschaftlich schon ansprechend aber wesentlich weniger bequem, als die eigentliche Fahrt nach Guayaquil. In Santo Domingo endlich angekommen suchten wir dann Verbindungen nach Cuenca...da hatte uns dieser junge Mann aber gewaltig übers Ohr gehauen...nach langem Suchen gab es gerade eine Firma, die Fahrten nach Cuenca anbot! Wir wollten den nächsten Bus um 19:30 Uhr nach Cuenca nehmen (immernoch drei Stunden Wartezeit!!), aber ratet mal...der war schon voll :D!
Also mussten wir den Bus um 21 Uhr nehmen, der zehn Stunden bis Cuenca brauchen würde und machten uns auf 4 1/2 Stunden Warten gefasst. Laut Reiseführer bot Santo Domingo auch nicht viel, was wir nach einem kleinen Rundgang auch so sahen. Außerdem fing es langsam das Dämmern an und nachts sollte man sich eigentlich nirgendwo in Lateinamerika außerhalb des Terminals bewegen. Also warteten wir im Büro des Busunternehmens auf die Abfahrt, während spanische Simpsons liefen und unsere Handys am Strom hingen.
Als es endlich so weit war, wurden wir kurzfristig noch in einen anderen Bus des Unternehmens umverfrachtet, da dieser direkt nach Cuenca fahren würde...erspart uns vielleicht etwas Zeit :)!
Dann ging die Fahrt durch die Anden los. Leider sah man nicht viel von der Landschaft, dafür aber viel vom ecuadorianischen Innensicherheitssystems: Wir wurden dreimal von der Polizei angehalten! Zweimal gingen sie mit einer Kamera durch den Bus und hielten sie jedem ins Gesicht und einmal mussten alle mitsamt Gepäck den Bus räumen. Kathrin witzelte nach dem ersten Mal noch, dass ich sie bei der nächsten Razzia wecken soll...danach war uns aber nicht mehr viel nach Lachen zumute.
Um 4 Uhr morgens kamen wir dann doch wesentlich früher als erwartet in Cuenca an und vielen erschöpft in unsere eigenen Betten. Kathrin hat Recht: Nach so einer Reise fühlt man sich noch mehr heimisch in Cuenca!
Kathrin und ich sind wieder wohlauf nach Cuenca zurückgekehrt! Wir haben wunderschöne vier Tage an der Costa verbracht, natürlich nicht ohne Abenteuer ;) Wir sind am Donnerstag um 5 Uhr morgens mit dem Bus über Guayaquil nach Portoviejo gefahren. Hier gibt es nämlich ein äußerst gut ausgebautes Fernbus-System, dafür aber kein Eisenbahnnetz wie wir es in Deutschland kennen. Die Fahrt war sehr angenehm, da die Sitzreihen genug Abstand voneinander haben, dass man bei ganz zurückgestellter Rückenlehne seinen Hintermann immer noch nicht belästigen kann und auch für die Füße eine Vorrichtung vorhanden ist. So konnten wir in Ruhe weiterschlafen oder die Anden im Morgengrauen bewundern, während wir in knappen vier Stunden von 2500 Höhenmeter auf Null kamen. In Portoviejo sind wir dann in einen anderen Bus nach Crucita umgestiegen. Dieser war aber wirklich anders :D! Wir hatten es mit einem Gefährt zu tun, das keinen deutschen TÜV überstehen würde, daher aber mit allerlei christlichen Motiven zugeklebt war nach dem Motto: Auch wenn der Wagen halb auseinander fällt, dann halte wenigstens Gott seine Hand drüber, dass alle gut ankommen.
Etwa um 14 Uhr in Crucita angekommen liefen wir erstmal den Malecón (Strandpromenade) ab und bestellten ein Almuerzo (Mittagessen) in einem Comedor (etwas einfacher als ein Restaurant). So etwas ist erschwinglich und sehr lecker, da man für etwa 3 $ eine Suppe mit ortstypischem Hauptgang bestehend aus Reis, Salat, angebratenen Bananen und Fisch und Saft bekommt. Wir bestellten Cola, bekamen dann aber eine pappsüße Inka Cola...tja :)
Kathrins und mein weiterer Plan bestand aus einem zusammengekritzelten Zettel, auf dem die schönsten Strände der Region Manabí und ein Hotelvorschlag vermerkt war. Den Hotelvorschlag konnten wir leider nicht wahrnehmen, da es hier tausend Pingüino-Stände (Langnese-Äquivalent) gibt und wir dann einfach im nächst größten die Eisfrau fragten, anstatt nach einem großem, weiß-haarigen Herren mit Glasauge zu suchen. Die Eisfrau empfahl uns dann das Hotel Huellas en la Arena und das war unser Glücksgriff!
Wir hatten eine familiäre Unterkunft, wo wir jeden Morgen das Frühstück aus Omlett, Obstsalat, Kaffee und Brot selbst zubereiteten und der einzige weitere Gast war ein Osteopath aus Cuenca, der uns in seinem Auto herumchauffierte :D So kamen wir am nächsten Tag in die Thunfisch-Metropole Manta, dessen wunderschönen Strand Playa de Murciélago (Fledermausstrand) und an den Playa Boca (Mündungsstrand), der die Mündung des Rio Portoviejo enthält und wo wir wieder ein äußerst leckeres Mittagessen unter Palmendach und Meerblick hatten. Tags drauf ging es nach San Jacinto und San Clemente, dann wurden wir "ausgesetzt" und schlugen uns mit den Kitsch-Bussen nach Canoa durch. Dort trafen wir das ecuadorianische Hippie-Dorf schlechthin an :) Alles, was man beispielsweise auf dem Tollwood erstehen kann, gab es dort in der chilligen Atmosphäre eines Surferdorfs. Der Strand war wie alle anderen zuvor gesehenen traumhaft schön, nur leider hatten wir an dem Tag kein Glück mit dem Wetter. So war es uns zum Baden zu windig, dafür wurde dann aber ausgiebig gebummelt ;)
Abends kamen wir wieder in Crucita an und gingen auf den gelungenen Strand-Kurztrip noch einen trinken. Am ersten Abend hatten wir uns schon an einem ortstypischen Mischgetränk aus Corona-Bier, Limon und Salz versucht, was aber gründlich fehlgeschlagen ist und in der Challenge "Trink das Glas aus!" endete, beide bestanden :D Dafür sollte es diesmal ein Cocktail zum Dank bei der Eisfrau sein!
Am nächsten Tag sollte es dann zurück Richtung Heimat gehen, was sich als echter Spießrutenlauf entpuppte. Unsere anvisierte Ankunftszeit war 19 Uhr in Cuenca, so dass wir um 11 Uhr Crucita verließen, nachdem wir uns vom Hotelbesitzer Julio und "Chauffeur" Fernando samt hoteleigenem Kleintierzoo bestehend aus drei Hunden, Hühnern und einem pflegebedürftigen Küken verabschiedet hatten. Um 12 Uhr kamen wir dann sogar früher als geplant in Portoviejo an. Dort nahm das Übel seinen Lauf: Da es Sonntag war hatte unser eigentliches Busunternehmen Reina del Camino erst bei der Fahrt um 16:15 Uhr wieder Plätze frei für uns zwei. So lange wollten wir aber nicht warten und machten uns auf die Suche nach Alternativen nach Guayaquil. Ein junger Mann wollte uns zu diesen Buslinien führen und empfahl uns einen Bus nach Santo Domingo. Wir wurden in den Bus verfrachtet und guckten dann auf die Karte, wo die Reise überhaupt hingeht...OMG, das war ja voll die falsche Richtung!! Santo Domingo liegt vielleicht zwei Stunden von Quito, aber zehn Stunden von Cuenca mit dem Bus entfernt...Als uns das auffiel, war es aber schon zu spät und wir im Bus unterwegs in die falsche Richtung! Die fünfstündige Fahrt war landschaftlich schon ansprechend aber wesentlich weniger bequem, als die eigentliche Fahrt nach Guayaquil. In Santo Domingo endlich angekommen suchten wir dann Verbindungen nach Cuenca...da hatte uns dieser junge Mann aber gewaltig übers Ohr gehauen...nach langem Suchen gab es gerade eine Firma, die Fahrten nach Cuenca anbot! Wir wollten den nächsten Bus um 19:30 Uhr nach Cuenca nehmen (immernoch drei Stunden Wartezeit!!), aber ratet mal...der war schon voll :D!
Also mussten wir den Bus um 21 Uhr nehmen, der zehn Stunden bis Cuenca brauchen würde und machten uns auf 4 1/2 Stunden Warten gefasst. Laut Reiseführer bot Santo Domingo auch nicht viel, was wir nach einem kleinen Rundgang auch so sahen. Außerdem fing es langsam das Dämmern an und nachts sollte man sich eigentlich nirgendwo in Lateinamerika außerhalb des Terminals bewegen. Also warteten wir im Büro des Busunternehmens auf die Abfahrt, während spanische Simpsons liefen und unsere Handys am Strom hingen.
Als es endlich so weit war, wurden wir kurzfristig noch in einen anderen Bus des Unternehmens umverfrachtet, da dieser direkt nach Cuenca fahren würde...erspart uns vielleicht etwas Zeit :)!
Dann ging die Fahrt durch die Anden los. Leider sah man nicht viel von der Landschaft, dafür aber viel vom ecuadorianischen Innensicherheitssystems: Wir wurden dreimal von der Polizei angehalten! Zweimal gingen sie mit einer Kamera durch den Bus und hielten sie jedem ins Gesicht und einmal mussten alle mitsamt Gepäck den Bus räumen. Kathrin witzelte nach dem ersten Mal noch, dass ich sie bei der nächsten Razzia wecken soll...danach war uns aber nicht mehr viel nach Lachen zumute.
Um 4 Uhr morgens kamen wir dann doch wesentlich früher als erwartet in Cuenca an und vielen erschöpft in unsere eigenen Betten. Kathrin hat Recht: Nach so einer Reise fühlt man sich noch mehr heimisch in Cuenca!
Standort:
Cuenca, Ecuador
Abonnieren
Posts (Atom)




















