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Samstag, 18. Juli 2015

(Schul)Jahresausklang

Mein Jahr hier in Ecuador geht langsam, aber sicher zu Ende! Ich kann es noch gar nicht glauben! Heute ist der 18. Juli - ich hab also genau noch 31 Tage hier in Ecuador. Unglaublich!! Am Anfang des Jahres oder noch in der Vorbereitung davor erschien mir das alles so ewig und das wieder Heimkommen so weit weg...aber wie sagt man so: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei :D!
Unsere Kids in der Fundación haben ihr Schuljahr größtenteils auch schon abgeschlossen, denn es müssen nur noch die Schüler mit Nachprüfung zum Unterricht erscheinen. Daher wird auch in der Fundación das Jahr abgeschlossen. Es stehen Ausflüge und Zeltlager an, aber auch Inventarlisten und der ganze bürokratische Kram :D
Eigentlich waren die ganzen schönen Ausflüge mit den Kindern noch für dieses Wochenende und Anfang nächster Woche angesetzt, aber typisch Ecuador wurde das natürlich nochmal nach hinten verlegt. Leider wurde mir dadurch die Chance da mit dabeizusein genommen, denn am 22. Juli werde ich mit Kathrin die Fundación verlassen. Für Kathrin steht dann Familienbesuch an und für mich kommt schon heute Abend Angela zu Besuch! Ich freue mich riesig!! So kann ich auch die Traurigkeit über den nahenden Abschied noch etwas verdrängen :D
Mit Angela werde ich die nächsten vier Wochen noch ein letztes Mal Ecuador unter die Lupe nehmen - inklusive Galápagos :D! Ihr werdet also wahrscheinlich eher nicht so viel in der Zeit von mir hören... Dafür steh ich ja dann ab dem 19. August wieder live, in Farbe und 3D vor euch!
In Deutschland geht es dann auch irgendwie weiter: mein Studienplatz ist gesichert, ich bin gerade auf Wohnheimsuche in Regensburg und hab auch schon einige Anhaltspunkte und mit der JBK stehen auch schon die ein oder anderen Termine an :D !

Ich freu mich also noch auf den letzten Monat meines weltwärts-Dienstes mit dem Besuch von Angela und darauf euch bald wieder zu sehen und umarmen zu können!!
VLG aus dem fernen Ecuador :)

Mittwoch, 20. Mai 2015

Mein ecuadorianischer Geburtstag

Die Ecuadorianer haben ja eine ganz nette Art ihre Geburtstagskinder aufzuwecken :D! Das Geburtstagsständchen ist natürlich Pflicht, aber das wurde bei mir mit Topf-Percussion untermalt...dafür kam ich also gleich ruck-zuck aus dem Bett :D
Morgens hatte ich zum Glück frei und konnte meinen Geburtstag etwas genießen und ruhig angehen, denn mit 19 Jahren gehört man ja jetzt zu den Alten :D!!

Natürlich gab es zu meinem Geburtstag eine echte Leckerei zum Mittagessen: unsere berühmte Pizza aus der Pfanne - in Ermangelung eines Ofens :D Besonders hat mich außerdem ein Geschenk aus Deutschland gefreut - Danke, Nessi <3
Dann ging's ab in die Fundación zum Arbeiten, aber bei so einem lieben Team gab es nach getaner Arbeit einen Kaffee mit leckeren Sandwiches *-* Im Kreis meiner Arbeitskollegen meinen Geburtstag zu feiern, war echt schön, da ich meine Kollegen echt gern hab :)! Als keines Geschenk bekam ich dann Schokoladen :D Das hat mich gleich doppelt gefreut, da meine extra aus Deutschland mitgebrachten Schokoladen wahrscheinlich unsere Haushälterin mitgehen lassen hat :P
Abends kam dann noch Maribel mit zu mir nach Hause, wo wir einen weiteren Kaffee miteinander tranken und dazu gab es eine SACHER-TORTE *-*!!
Als Erinnerung an Ecuador schenkte mir Soraya wunderschöne, silberne Kolibri-Ohrringe, die einer von den Lazos anfertigt! Ich hatte also mal einen ganz anderen - eben ecuadorianischen - 19. Geburtstag im Kreise der Familie und mit vielen Leckereien :) Schade, dass nicht jeder Tag Geburtstag ist :D!!



Sonntag, 22. Februar 2015

Ein lachendes und ein weinendes Auge - Halbzeit!

Ich kann es kaum glauben, auf der Datumsanzeige steht der 22. Februar 2015, sechs Kalenderblätter von Marias Geschenk sind umgeblättert und auch die Hälfte meines Reisetagebuches von Sophia ist erreicht. Ich habe vieles erlebt, aber noch so viel vor - eins steht aber unweigerlich fest: es ist Halbzeit. Aufgrund unseres Rückfluges schon am 18. August, ist die meiste Zeit also wirklich rum. 184 Tage habe ich bereits in diesem wunderbaren Land verbracht und mir kommt es längst nicht so lange vor.
In dieser Zeit wurde ich von zuvor unbekannten Krankheiten und Parasiten heimgesucht, hab mir also meine Haare abgeschnitten, mir wurde mein Handy geklaut, ich habe mehr oder weniger wöchentlich meine Wäsche mit der Hand gewaschen und fast täglich mit meinem Laptop gekämpft, bis er mir am Mittwoch den Schock des Lebens eingejagt hat und ich ihn schon für tot erklärt hatte.

ABER: In dieser Zeit habe ich auch neue Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen, ich bin an meinen Aufgaben gewachsen, sei es mit der Arbeit in der Fundación oder mit den täglichen Hürden einer anderen Sprache, ich bin an verschiedenste Ort gereist, habe andere Feste gefeiert und eine neue Familie gefunden.
Ich habe ein Land kennengelernt mit seinen Höhen und Tiefen. Dort habe ich Wurzeln geschlagen. In meinem Ecuador. Ein Teil von meinem Leben.

Auf der einen Seite bin ich traurig, dass über die Hälfte meines Aufenthaltes schon vorbei ist, aber wenn ich sehe, was ich in den letzten sechs Monaten so erlebt habe, ist da doch noch einiges drin, oder :)?
Um diese Marke zu feiern und vor allem um mich abzulenken, damit ich nicht in Traurigkeit verfalle, habe ich heute nach erfolgreicher und überglücklicher Wiederbelebung meines Laptops Käsespätzle für meine Familie gekocht. Anscheinend erlerne ich noch im Ausland nach deutscher Art zu kochen :D!
Heute am eigentlichen Jubiläumstag fahre ich mit Kathrin in das Lederdorf Gualaceo und zum Ausklang geht es nach Banos de Cuenca in einen "Wellness-Tempel", mein Geburtstagsgeschenk an Kathrin. Man muss ja auch mal genießen ;)!
Zum Halbjährigen gibt es auch wieder einen Bericht: Hier geht's lang!
Macht euch also um mich keine Sorgen und bereitet euch schon darauf vor, dass ihr die längste Zeit eure Ruhe vor mir gehabt hattet :D!

Samstag, 22. November 2014

Ein Vierteljahr ist rum, also gibt's nen Bericht

Waaaaahnsinn!! Ich kann es kaum glauben! Genau heute ist ein Vierteljahr herum, dass ich meinen Fuß in diese für mich neue Welt gesetzt habe.
Daher gehört es auch dazu, als weltwärts-Freiwillige in einem Quartalsbericht eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Eigentlich war die Aufgabe ja nur zwei Seiten über die Eingewöhnungsphase und erste Eindrücke zu schreiben, aber bei mir ist es halt wie immer etwas mehr geworden :D
Ich will euch den Bericht natürlich nicht vorenthalten, daher könnt ihr euch hier mein kleines Zwischenresumee vor allem über meine Arbeit und Gastfamilie selbst durchlesen ;)

Viel Spaß bei der Lektüre und demnächst erwartet euch dann wieder ein etwas längerer Blogartikel ;)!

Hier geht's zum Bericht ;)

PS: Ich hoffe, meine JBKler hatten heute ein wunderbares Konzert voller Kontraste! Zumindest ist  bei mir bis jetzt über den großen Teich nur Gutes angekommen ;)

Dienstag, 14. Oktober 2014

Arztgeschichten

In den letzten paar Wochen bin ich gleich dreimal mit dem Thema Arzt in Berührung gekommen!
Los ging es damit, dass ich am Mittwoch nach unserem Quito-Trip eine Zusage für einen Medizinstudienplatz in Regensburg bekommen hab :D! Das war ziemlich genial! Jetzt hab ich schon einen groben Plan für nach dem Jahr und werde wirklich in REGENSBURG MEDIZIN studieren!! In meiner Wunschstadt mein Wunschstudium *-*! Da ich mit einer Zulassung schon für dieses Semester nicht gerechnet hab, hab ich mich natürlich mindestens doppelt gefreut! Meine Großeltern haben dann das Glück gehabt, beim Skypen davon als erste zu erfahren. Danach wurde die frohe Botschaft auch Soraya überbracht und so ist sie gleich zweimal ausgeflippt: Zuerst hat sie sich total gefreut meine Oma und meinen Opa kennenzulernen, auch wenn Kommunikation nur mit Händen und Füßen oder Dolmetscher möglich ist und dann über meinen Studienplatz :D
 Zur Feier des Tages wurde dann mit dem Küchenrotwein aus dem Tetrapak angestoßen :D Wie es sich für spontane Glücksmomente gehört :)

Die zweite Begegnung war dann weniger erfreulich. Ich hatte in der Woche nach Quito bei und nach der Arbeit Verspannungen, die auch mit zwei Kirschkernkissen und Massage von Soraya nicht weichen wollten. Dazu kam, dass ich mich etwas fiebrig fühlte... Ich dachte mir nichts groß dabei und wollte mich einfach nur übers Wochenende schonen. Schonen musste ich mich dann auch mehr oder weniger, da ich einen dicken, roten Knöchel hatte, der beim Laufen weh tat - möglicherweise aufgrund eines Stichs von einer Spinne. Nachdem auch mit eigen verordneter Salbenbehandlung der Fuß nur noch mehr anschwoll, schleppte mich Soraya am Montagabend zum Arzt. Ich wollte eigentlich nicht wirklich, da ich nach nur einem guten Monat noch nicht krank sein wollte ;) Es führte aber kein Weg vorbei, gegen halb elf schräg gegenüber die Klinik zu besuchen. Dort wurde ich prompt in den Raum namens Emergencía (Notfall) gesteckt. Ein sympathischer, kompetenter Arzt sah sich meinen Fuß nach kaum vorhandener Wartezeit an - da ist Ecuador Deutschland voraus - und stellte die Sichtdiagnose Erysipel. Das ist eine bakterielle Hautinfektion durch Streptokokken, in meinem Fall wahrscheinlich durch den Reisestress von Quito ausgelöst. Naja...alles halb so wild! Ich bekam für die nächsten drei Tage jeweils eine Antibiotikaspritze und Tabletten verordnet. Mit der Spritze ging es gleich nach einem negativ ausgefallenen Penizillin-Allergietest los...und die wird hier in den Po gegeben :D Ist ja kein Problem für mich, sodass ich am Ende meiner Behandlung zur fröhlichsten Patientin gekürt wurde :D Die darauffolgenden Tage musste ich dann leider daheim bleiben...drei Tage Pflichtchillen ist nicht so mein Ding :D Das tägliche Highlight war dann die Antibiotika-Spritze ;) Am darauffolgenden Tag schaffte ich es wieder nicht, die Klinik unauffällig zu verlassen: Als ich die Spritze gerade im Po stecken hatte, wies Soraya mich zum Lächeln an, was dann bei mir ein Lachen wurde, sodass die Spritze anscheinend - ich konnte es ja leider nicht sehen -  nur so gewackelt hat ;D Nur die letzte Spritze ließ ich wie normale Menschen ohne Paparazzi oder Lachanfall über mich ergehen und konnte dann auch endlich wieder arbeiten! Endlich haben wir einen Plan und ich mach allen in der ersten Woche einen Strich durch die Rechnung :P
Die letzte Begegnung fand dann letzte Woche statt. Bedingt durch meinen Krankheitsausfall lernte ich erst letzte Woche den Zahnarzt der Fundación kennen. Und nicht nur das! Ich wurde dazu "auserwählt" ihm als Zahnarzthelferin während der Behandlung der Fundaciónskinder zu assistieren :D! Ich wurde in die Instrumente eingewiesen und sollte mir alle Vorgehensweisen bis zum darauffolgenden Donnerstag einprägen, um gleich semiprofessionell mit Mundschutz zur Tat zu schreiten. Drei Kinder und ich machten uns also mit Bus auf zum Zahnarztbesuch und die Bilanz am Ende des Tages waren mehrere gestopfte Löcher und ein gezogener Zahn...vielleicht wechsle ich ja nochmal von Humanmedizin zur Zahnmedizin :P

Das war's erstmal von mir, alles Liebe an alle Daheimgebliebenen oder Weltenbummler und bis bald :)!
Besitos!!


 

Sonntag, 28. September 2014

Quito calling!

Letztes Wochenende ging es für Kathrin und mich dann nach Quito :D!
Es war ein echt geniales Wochenende, vielleicht auch weil es so verrückt war!
Wir sind am Freitag um 22 Uhr in Cuenca mit dem Panamericana-Bus aufgebrochen. Haben also schon vor der Arbeit am Freitag unsere Taschen gepackt, damit wir am Abend keinen Stress mehr haben. Unsere Fahrt von eigentlich "nur" 442 km sollte 8 Stunden dauern. Hier in Ecuador ist Distanz etwas anderes! Wir chillten uns also in den Bus, um ausgeschlafen in Quito anzukommen. Das klappte auch ganz gut, nur dass es uns die ganze Nacht über an den Füßen zog...
Dafür waren wir dann um viertel vor 7 Uhr in Quito im Terminal und wurden von den Eltern der Familie Arregui abgeholt! Die haben uns dann durch die Berge Quitos zu ihnen nach Hause gefahren, wo die drei Mädels der Familie warteten. Die ganze Familie ist super nett und die Mädels haben Kathrin und mir gleich jeweils ein Zimmer zur Verfügung gestellt :)!! Mit Ausruhen war aber nicht viel, da wir zum Frühstücken bei einer weiteren Familie eingeladen waren. Also ging es wieder mit dem Auto von Cumbaya in ein anderes Tal Quitos, wo von zwei Angestellten auf einer langen Tafel das Frühstück gereicht wurde. Es war köstlich und vielfältig: Cangil (salziges Popcorn), Ceviche (kalte Suppe mit Meeresfrüchten), Müsli, Obst von ecuadorianischer Auswahl, Säfte und vieles mehr verführte unseren Gaumen *-*
Nach diesem opulenten Frühstück mussten wir uns natürlich bewegen! Also ging es rauf zum Templo de la Patria. Quito hat viele Berge, die auch wesentlich höher als die um Cuenca sind. Dort oben wurde in leuchtenden Bildern von der letzten Schlacht der Befreiungskriege bei Quito erzählt und der angelegte Garten bot einen wunderschönen Blick auf das Riesending mit Namen Stadt Quito! Das Wahrzeichen Quitos ist die Virgen de Quito, die auf einem Berg mitten in der Stadt thront. Also nix wie hin ;D!
Nachdem wir also nochmals auf die Stadt herab geblickt hatten, wollten wir uns das Treiben dort nun von Nahem ansehen. Wir begaben uns also wieder in den Stadtverkehr, der auf mehr oder weniger breiten Straßen durch die Stadt geleitet wird. Auf diesem Weg sahen wir auch die  Feria von Quito. Feria auf deutsch übersetzt bedeutet eigentlich nur Warenmesse, ist aber für die Verhältnisse hier wesentlich zu schlicht ausgedrückt. Vielmehr ist es eine Verrücktheit, die an ein oder zwei Tagen der Woche auf einem Marktgelände in verschiedenen Städten ausbricht. Alles, aber wirklich alles steht zum Verkauf: die exotischten Früchte, bunte Möbel, diverse Kleidungsstücke von traditionell bis modern...ALLES!!!
Und das haben wir nur aus dem Autofenster zu sehen bekommen, wartet ab, bis Kathrin und ich die Feria in Cuenca besuchen werden :D!
In der Innenstadt sind wir dann die Straße der sieben Kreuze entlang gelaufen, welche uns zum Plaza Grande führte, welcher vom Präsidentenpalast, der Kathedrale, dem Bischhofssitz sowie der Stadtverwaltung umstellt wird. Wenn man der Straße weiter folgt wie wir, kommt man zur Kirche La Compañía de Jesús (Gesellchaft Jesu). Diese Kirche muss man einfach gesehen haben!! Alles, aber wirklich alles ist mit Gold überzogen und die Außenfassade wurde von einem Bamberger gestaltet, das ist echt der Wahnsinn :D
Auf diesen Anblick gab es erstmal etwas für den Magen ;) Fritadas wurden uns als typisches Essen empfohlen und so stand auch prompt ein Teller dieser Art vor uns. Man kann sagen, dieses Essen war in der Tat würdig unser Hammerfrühstück zu deckeln!
Zum Einhalten der Mittagsruhe ging es jetzt aber erstmal wieder nach Hause. Die älteste Tochter Danni, Kathrins ehemalige Austauschpartnerin und mittlerweile Studentin in Berlin, machte sich für eine Hochzeitsparty fertig und auch wir verbrachten den Abend nicht ruhig auf der Couch. Uns zog es in die Calle Ronda, die erste Straße Quitos, die heute viele Restaurants, Bars und Kunsthandwerksläden beherbergt. Da man ja heute noch nicht genug gegessen hatte - das Abendessen fehlt ja noch ;D - ging es in eines der besagten Restaurants, wo wir eine heiße Schokolade mit Queso (ja, auf deutsch Käse) und dazu Empanadas de Viento verspeisten. Die Empanadas sind eigentlich auch mit Queso hergestellt, dieser ist aber ähnlich wie Mozarella, sodass man ihn ruhigen Gewissens mit Schokolade trinken und auf die Empanadas Zucker streuen kann...das schmeckt sogar ziemlich geil :D
Für den Samstag haben wir also den Saft aus dem Tag herausgholt, wie man hier sagt :D!! Der Sonntag wurde nicht weniger turbulent: Es gab ein gemeinsames Familienfrühstück und wir überreichten die mitgebrachten Gastgeschenke, die natürlich auch aus Haribo bestanden ;D Danach sind Danni und ihre Mutter mit uns zum Park El Ejido gefahren, wo jeden Sonntag ein Kunstmarkt stattfindet. Und diese Kunstwerke konnten sich echt sehen lassen! Zu gerne hätte ich mir eins mitgenommen, aber genau dies wäre auch zum großen Problem geworden :D Also schnell Ortswechsel zum Kunsthandwerksmarkt "El Mariscal", wo wir unsere Shoppingbedürfnisse frei ausleben konnten :) In meinen Einkaufstüten fanden sich nachher eine chillige Otavalo-Hose, eine kleine Lederhandtasche, eine Hirtentasche mit Ecuador-Aufdruck (ist hier kein Touristenteil!), ein Alpaka-Pulli, ein Tischläufer, den ich als Schal verwenden werde und ein Schachspiel Conquistadores gegen Indígenas anstatt Schwarz gegen Weiß :D! Außerdem hab ich auch das erste Mitbringsel für Freunde eingekauft, was und für wen bleibt eine Überraschung ;D Am Ende kann man sagen: Zum Glück haben wir unsere Rückfahrkarten schon im Voraus gekauft, ansonsten hätten wir auch noch das Geld dafür auf den Kopf gehauen, auch wenn uns die Einkäufe nicht teuer gekommen sind :)
Am Nachmittag, natürlich gab es wieder ein gutes Mittagessen zu Hause, haben wir uns dann noch ein Einkaufszentrum angeschaut und dort unser Verlangen nach Schokolade gestillt. Dann ging es aber auch wieder nach Hause, wo wir einen Film anguckten, damit Kathrin und ich schon mal entspannen konnten. Nach dem Abendessen - essen, essen, essen :D - ging es dann schon wieder ans Abschiednehmen! An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir unendlich dankbar für die Gastfreundschaft der Arreguis sind und mit ihnen ein wunderschönes Wochenende in Quito verbringen konnten :)!!
Wieder um 22 Uhr ging unser Bus im Terminal zurück nach Cuenca und wir konnten auf ein Wochenende in der Hauptstadt Quito zurückblicken, was kaum voller an Erlebnissen sein konnte, und eine Stadt, die sich mit den vielen westlichen Einflüssen so stark von Cuenca unterscheidet. Aber keine Busfahrt ohne Abenteuer :D! Wir froren diesmal zwar nicht mehr - lag vielleicht an unseren vielen Einkäufen - aber gegen Morgen wurden wir beim Blick auf die Uhr immer nervöser. Betty hatte uns für 8 Uhr in die Fundación zu einem Treffen bestellt. Wann kamen wir in Cuenca an?? Um halb 8 Uhr :D!! Also nur schnell Gepäck daheim abstellen, frisch machen und gleich ab an die Arbeit für 10 Stunden Treffen und Übersetzung. Danach brauchten wir nichts mehr...okai, vielleicht nen Kaffee :D
VLG aus Cuenca

Eure Laura



Freitag, 19. September 2014

Chefin versetzt uns an den Schreibtisch, dafür geht's übers Wochenende nach Quito!

Nachdem Kathrin und ich heute den ganzen Tag bis auf die Mitarbeit im Comedor am Schreibtisch mit Übersetzung verbracht haben, freu ich mich jetzt umso mehr, dass in gut einer Stunde unser Bus nach Quit0 geht!!
Wir werden in Quito Kathrins ehemalige Gastfamilie besuchen. Deren Tochter Danni studiert mittlerweile in Berlin und da das Semester ja bald wieder losgeht, hat es etwas gedrängt, dass wir uns auf nach Quito machen. Da haben Kathrin und sie einfach mal für ein Jahr Länder getauscht :D! Man kann es sich ja auch schwer machen mit dem Besuchen ;)
Hier nun ein kleiner Rückblick auf meine Woche: Am Montag stand auf einmal eine Frau im Comedor und wir dachten schon, dass es sich um eine Mutter der Familien im Projekt handelt, bis sich die Frau als Betty vorstellte. Endlich konnten wir unsere Chefin kennenlernen! Kathrin und ich dachten schon, dass wir ab jetzt klare Aufgaben und Arbeitszeiten haben, aber Pustekuchen :D Betty fehlt noch der Vertrag aus Deutschland, der unsere Arbeitszeiten regelt und solange der nicht da ist, gibt es auch noch keine Arbeitspläne :D Hach...so eine Situation erlebt man in Deutschland wohl eher weniger :D
Daraufhin waren wir uns etwas unsicher, wie es weiter geht, da wir ja eigentlich zuerst nur zur Mithilfe im Comedor bestellt waren und meistens freiwillig noch weiter mitgearbeitet haben, was aber nicht mit der Chefin abgeklärt war. So gab es am Montag nur eine Einführungsbesprechung mit Betty, wo wir uns nochmal Warnungen zur Sicherheit, auch gegenüber den ecuadorianischen Jungs und Co. anhören durften...die haben's anscheinend echt faustdick hinter den Ohren. Überall wird man vor ihnen gewarnt :D!
Dann hatten wir eine Stunde Zeit, genug um mal wieder eine Bäckerei zu überfallen!! Es gibt hier alle möglichen Arten von Brot, viel süßes, aber kaum Vollkorn bzw. das was sich integral nennt, kann es keinesfalls mit deutschem Brot aufnehmen :D Danach gab es ein Einführungstreffen für die ganze Familie der Fundación, was aus einer Begrüßung von Betty und ortstypischem Essen bestand. Wir hätten uns also den Gang zur Panadería sparen können :D!
Am Dienstag war Betty dann wieder nicht da, da sich ihr Sohn irgendwie an der Nase verletzt hatte. Also warten auf Mittwoch. Da gab's dann eine Teambesprechung der Erzieher, hier Educadoren genannt. Am vergangenen Freitag hatte Betty Soraya noch mitgegeben, dass wir unbedingt Spanischunterricht nehmen sollen, damit wir auch alle hier verstehen...da kannte sie uns und unsere Spanischkenntnisse noch gar nicht und da redete sie mit einer Geschwindigkeit auf uns ein, dass mir der Kopf qualmte :D
Gestern war sie dann wieder nicht da, also haben wir wieder mit den Kindern gearbeitet und an der Asamblea teilgenommen. Dort wurden die neuen Familien für das Jahr eingeteilt, welche dann unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Heute saßen wir dann am Schreibtisch und so wird es am Montag dann wieder weitergehen :D
Mal gucken, wann wir dann endlich unseren Arbeitsplan haben. Die Educadoren haben uns auf jeden Fall schon öfter um Unterstützung gebeten :)!
Jetzt geht's aber erstmal los nach Quito!!
Bis bald und besitos!

Donnerstag, 11. September 2014

Überlebensstrategien...

Nun komme ich mal zu dem Punkt, den die meisten von euch interessieren könnte...Wie lebt es sich hier so :)? Ich denke nach 20 Tagen kann ich euch darüber schon einige Sachen erzählen...
Ich steh meistens so um 8 Uhr auf bzw. da klingelt der Wecker und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich dann nochmal ne Viertelstunde liegen bleib :D Dann gibt's Frühstück, mal mit mal ohne Soraya. Die jangelt grad zwischen Juan zur Schule bringen, Citas médicas (Arztbesuche) mit Mami, der Großmutter, oder sie kocht für Mami und dessen Bruder Jorge Mittagessen. Ich bin immer noch bei meiner heiß geliebten Marmelade geblieben, ich muss euch nur leider enttäuschen, es ist doch keine Tomaten-Marmelade von der Tomate de Árbol, sondern eine Guayaba-Marmelade... Das ist aber auch schwierig mit den Massen an Früchten hier, vor allem gibt es dann noch so ähnliche Namen wie Guanabana...
Dann hab ich bis um halb 11 Uhr Zeit, alles mögliche zu erledigen. Das sind dann so Sachen wie Bad putzen, Wäsche waschen, im Supermaxi einkaufen, mich mit Kathrin in der Stadt treffen, mit Freunden oder Familie skypen oder unzählige Whatsappnachrichten beantworten - mach ich natürlich gern ;)!
Um halb 11 Uhr nehm ich dann den roten Bus 100 zur Fundación. Die roten Busse sind mir sympathischer als die blauen, da von denen nämlich ein Liniennetz an der Bushaltestelle aushängt. Den Fahrplan der blauen Busse erfährt man entweder durch Mundpropaganda oder man sieht sich die Schilder in der Windschutzscheibe genauer an, auf denen die wichtigsten Haltestellen zur Orientierung stehen.
In der Fundación arbeite ich seit Dienstag und helfe von halb 12 bis 14 Uhr bei der Essensausgabe und danach bin ich zur Zeit bei den Chiquitos, den Kleinsten im Grundschulalter. Diese Woche haben wir ein Taller (Werkstatt) zur persönlichen Entwicklung gemacht, da ging's dann um gesundes Essen und dass man selbst die wichtigste Person im Leben ist :)! Es gibt einen Snack am Nachmittag und am Ende die Hora de dormir. Die "Schlafstunde" ist aber keine ganze Stunde und es schlafen auch nicht alle bzw. nur wenige :)
Donnerstags gibt's normalerweise die Asamblea, die mit einem gemeinsamen Lied begonnen wird. Diese Woche wurde sie auf Mittwoch vorverschoben, da die Großen heute nen Ausflug gemacht haben. Die neuen Regeln für dieses Jahr wurden vorgelesen und, wenn ich das richtig verstanden habe, haben meine Haare besonderen Schutz vor Kinderhänden durch eine Sonderklausel :D Außerdem wurde über den nächsten Ausflug und den Freitagsfilm abgestimmt.
Morgen geht's mit den Chicitos bzw. mit denen, die sich die Woche gut benommen haben, wie jede Woche nach Baños, dem Thermalschwimmbad in der Nähe von Cuenca. Mal gucken wie das wird :D
Abends komm ich dann so zwischen 17 und 18 Uhr von der Fundación nach Hause und kann mich dann schon fast wieder fertig machen für die Bailo Terapia, die um 19 Uhr im Park in der Nähe von Kathrins Haus stattfindet. Nach dem Tanzen und anschließendem gemeinsamen Stretching und Ratschen mit Kathrin wird geduscht und gegessen, was demnach dann erst so um 21 Uhr stattfindet. Wenn ich vor der Bailo Terapia essen würde, würde mir sonst mein leckeres Abendessen im Bauch herumtanzen ;) Meistens bleiben Soraya und ich dann noch länger am Tisch sitzen und unterhalten uns, sodass ich meist erst so um 24 Uhr ins Bett komme.

So sieht mein Tagesablauf zur Zeit aus. Das kann sich aber bald ändern, da Kathrin und ich zwar grad schon in der Fundación arbeiten, aber unsere Direktorin immer noch an der Küste ist aufgrund von Familienproblemen. Wenn Betty dann wahrscheinlich nächste Woche wieder da ist, bekommen wir unsere endgültigen Arbeitszeiten, was für einen bedeutet, dass er morgens und samstags mit den Jugendlichen arbeiten wird. Sehen wir mal, wie sich das noch ändert :)
Übrigens für die Klointeressierten: Die Klos sehen hier genauso aus, wie in Deutschland. Es kommt nur hin und wieder vor, dass daneben ein Mülleimer mit Deckel steht, in den man das Klopapier entsorgen soll, da der Wasserdruck nicht überall ausreichend ist. Bei mir daheim ist aber alles "stink" normal...obs stinkt, kommt ja auf meine Putzkünste drauf an :D