Mittwoch, 15. Oktober 2014

Baños, ein Ort zum Verrücktwerden...oder schon sein :D!?

Am Freitag, 10. Oktober hatten wir dann auch einen Feiertag, eine Woche nach Deutschland :)! Bei uns wird hier eigentlich am 9. Oktober die Unabhängigkeit von Guayaquil gefeiert. Hier ist man aber aufgrund fehlender Brückentage dazu übergegangen, die Feiertage zu entsprechend langen Wochenenden zu verschieben :D Das kam uns natürlich zu gute und wir planten äußerst spontan - also am Donnerstagabend nach der Arbeit :D - unsere Reise von Freitag bis Sonntag nach Baños.
Die Planung war ein hin und her! Aufgrund des Feiertags wollten wir schon im voraus ein Hotel reservieren, was ansonsten nicht nötig ist. Also Telefon in die Hand und Finger wund wählen...denn wir hatten echt Pech und haben kein passendes Hostel finden können, was uns aufnehmen wollte. Also Planänderung: Wir würden in Ambato, wo wir eine Stunde von Baños entfernt umsteigen müssten, ein Hostel anfragen und falls wir dann vor Ort wirklich nichts finden sollten eben wieder zurück kommen und in Ambato bleiben. Wir verabschiedeten uns, damit jeder packen konnte und Kathrin wollte nochmal Hostels anrufen, während ich mich um einen Bus kümmern wollte.
Da lauerte das nächste Problem. Die Busunternehmen hatten entweder keine Plätze mehr oder gingen schon gar nicht mehr ans Telefon...super! Fast hätten wir unseren Plan umgeschmissen, da fanden Soraya und ich noch eine Verbindung mit Kontingente! Also schnell um kurz vor 22 Uhr hin zum Terminal und Tickets kaufen! Mit schnell war aber dann nichts...fast eine Stunde bangte ich in der Warteschlange um unsere Plätze im Bus um 3:20 Uhr nach Quito. Soraya "pöbelte" schon die Angestellte an wegen der unverschämt langen Wartezeit. Am Ende hat es dann aber noch geklappt, sodass ich den Rest der Nacht damit verbrachte das Nötigste - endlich mal sein Einsatz - in den Tramperrucksack zu stopfen :)
Die Fahrt nach Ba
ños verlief dann ohne große Besonderheiten und wider erwarten haben wir gleich beim Hauptplatz ein passendes Hostel gefunden. Glücklich über diese positive Wendung stürzten wir uns gleich ins nächste Abenteuer: am Nachmittag sollte es zum Canyoning für uns beide gehen :) Das bedeutet auf deutsch: Man zwängt sich in einen Neoprenanzug und ausgestattet mit Chucks-ähnlichen Schuhen, Helm und Sicherheitsgurt stürzt man sich verschieden hohe Wasserfälle herunter...okai...man läuft langsam abgeseilt herunter ;) Nur den letzten der vier Wasserfälle sind wir mehr oder weniger heruntergesprungen...und zwar gleich 45 m :D!
Das Ganze war echt superlustig und auch nur wenig kalt :) Danach gab es ja auch leckeren Tee und salziges Popcorn, nennt sich Cangil. Das mag ich mittlerweile ziemlich gerne *-* Unsere Gruppe bestand aus fünf Leuten aus Loja, die dort in einem Englisch-Sprachzentrum arbeiten, zwei ausgewanderten Spaniern jetzt aus Quito, uns und den zwei Führern. Man glaubt es kaum, aber während manche Leute hier nicht mal wissen, dass man in Deutschland deutsch spricht - okay, wir sind ja auch nicht besser, manche vermuten Ecuador in Afrika - konnte einer der Führer deutsch aufgrund eines dreimonatigen Aufenthalts in meiner Heimat und einer der Lojaner hat gleich ein ganzes Jahr in Osnabrück sozial gearbeitet... Die Ecuadorianer sind zum Teil echt international :D!
Nach dem letzten Sprung vom Wasserfall war dann auch mehr oder weniger klar, dass wir uns am nächsten Tag an Puenting wagen würden. Am Abend versuchten wir uns noch etwas Mut anzutrinken... eigentlich war das nicht nötig, wir wollten nur das bekannte Nachtleben von Ba
ños austesten ;) Bei der Gelegenheit trafen wir die Lojaner nochmal wieder und lernten den anderen Teil der Gruppe auch noch kennen: Praktikanten aus England!
Die trafen wir am nächsten Tag auf der Brücke dann gleich wieder :D Aufgrund von Regen verzögerte sich der Sprung etwas, aber irgendwann war es dann so weit :O Das Gefühl ist aber echt der Wahnsinn :D Man steht auf einer Plattform über einem reißenden Fluss, dazwischen 300 m nichts! Einer vom Personal zählt von drei runter, dann springt man mit ausgestreckten Armen ab und fällt, fällt, fällt bis das Seil ganz gedehnt ist und man anschließend unter der Brücke pendelt. Video seht ihr unten ;)
Nach diesem Adrenalin-Kick boten uns die Leute vom Sprachzentrum an, sie in ihrem gemieteten Bus nach Puyo im Dschungel zu begleiten. Gerne wären wir mitgefahren, denn schon Ba
ños als "Tor zum Oriente" (wird hier in Ecuador als Dschungel verstanden) hat uns von der Flora und Fauna begeistert. Die andern wollten aber über Nacht im Bus schlafen, während wir ja unser Hostel in Baños hatten. Also wurde unser Puyo-Ausflug vertagt. Den freien Nachmittag nutzten wir dann also für eine Stadterkundung und wurden Zeugen einer Taufe in der örtlichen Kirche :) Abends stand dann obligatorisch der Besuch der Bäder an, schließlich ist dieses Wasser heilig für die dortige Bevölkerung. Das liegt daran, dass es erhitztes Thermalwasser vom Vulkan Tungurhaua ist, der über Baños wacht. Dieser war leider während unseres gesamten Aufenthalts in Wolken gehüllt. Als wir dann in die Becken abtauchen wollten, traf uns beinahe der Schlag! Das Wasser ist nicht nur warm, sondern fast siedend heiß!! Das erklärt auch die kalten Becken nebendran ;) Mir als Sauna-Fan hat das natürlich total gefallen und, wenn mich demnächst die Saunafreude packt, reise ich einfach wieder nach Baños :P
Zum krönenden Abschluss des Abends ging es nochmal zum Feiern und zum ersten Mal machte ich die Bekanntschaft mit Latinos in der Disco. Ich muss aber sagen, dass mir die Latinos ziemlich aufdringlich erscheinen, während man von Deutschland dagegen ja eher zurückhaltende Jungs gewohnt ist. Aber auch das erweitert meinen Erfahrungsschatz zumindest um ein paar Salsaschritte, denn wir haben wirklich nur getanzt ;D!!
An unserem letzten Tag genossen wir nochmal die angenehme Atmosphäre in Baños umrahmt von den satt grünen Berg- und Vulkanhängen mit einigen Wasserfällen und den bunten Blumen überall in der Stadt. Die Rückfahrt klappte dann auch super, sodass diese Reise eindeutig Lust auf mehr vom Oriente macht!
Besitos!!




PS: Das Video von unserer ALS-Icebucketchallenge findet ihr jetzt auch unterhalb des Eintrags "Fortsetzung folgt..." ;)!

1 Kommentar:

  1. Laut Reiseführer heißt es im Text der Hymne der Stadt Banos:

    " Als der Herr die Sterne schuf,
    glitt ihm aus seinen göttlichen Händen ein Stück des Himmels (...)
    und es war Banos"

    Ich wünsche dir und Kathrin, dass ihr noch viele, viele, viele tolle Orte entdeckt, die aus einem Stück des Himmels herabgeglitten sind :)
    Aber....!!!!! Strapaziert euren Schutzengel nicht zu sehr ;)

    Liebe Grüße
    Deine Mama

    AntwortenLöschen